Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache

Darum geht die Debatte


Am 26. Januar 2010 begann die Sammelfrist für die Eidgenössische Volksinitiative ‘Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache – Entlastung der Krankenversicherung durch Streichung der Kosten des Schwangerschaftsabbruchs aus der obligatorischen Grundversicherung’.

Laut Initiative soll der Bundesverfassungsartikel 117 (Kranken- und Unfallversicherung) durch einen 3. Absatz ergänzt werden. Dieser Absatz lautet wie folgt:

3) Unter Vorbehalt von seltenen Ausnahmen seitens der Mutter sind Schwangerschaftsabbruch und Mehrlingsreduktion im Obligatorium nicht eingeschlossen.

Von welchen Ausnahmen hier die Rede ist, wird offen gelassen. In Betracht kommen Vergewaltigungsopfer bzw. Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen kein Kind bekommen sollten. Aber das ist Spekulation. Schade, dass die Initianten hier nicht Farbe bekannt haben.

Die Initiative sieht auch noch eine Übergangsbestimmung vor. Zu diesem Zweck wird der BV Artikel 197 durch Ziff. 8 ergänzt. Der Wortlaut dieser Übergangsbestimmung lautet:

8. Übergangsbestimmung zu Art. 117 Abs. 3 (Kranken- und Unfallversicherung)

Nach Ablauf einer Übergangsfrist von neun Monaten nach der Annahme durch Volk und Stände wird bis zum Inkrafttreten der geänderten Bundesgesetzgebung jede Bestimmung, welche den Schwangerschaftsabbruch oder die Mehrlingsreduktion obligatorisch versichert, durch die Regelung von Artikel 117 Absatz 3 der Bundesverfassung ersetzt.

Debatte http://abtreibungsfinanzierung.politnetz.ch
Geschrieben 2. Februar 11:39, Mé La - Piraten
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Die Diskussion über das Thema "Abtreibung" ist eine höchst emotional geführte Debatte, welche nicht selten in ideologischen Grabenkämpfen mündet.
Es scheint heute zunehmends schwieriger geworden zu sein, zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und dem Recht auf Leben eines ungeborenen Kindes zu entscheiden. Jedenfalls habe ich nach zahlreichen Diskussionen zu diesem delikaten Thema diesen Eindruck erhalten.
Für manche Schweizer scheint es sogar ein Grundrecht auf Abtreibung zu geben, hergeleitet durch das Selbstbestimmungsrecht der Frau.

Grundsätzlich halte ich diese Initiative für unterstützenswert, allerdings hat sie für mich einen grossen Nachteil:
Es wird nicht genannt, in welchen Fällen die Kosten einer Abtreibung übernommen werden sollen.
Für mich steht ausser Frage, dass die Kosten übernommen werden sollten, wenn eine Frau vergewaltigt wurde oder die Geburt schwere Folgen für die Frau haben könnte (zB tödliche).

Insofern würde ich auch einen Gegenvorschlag unterstützen, welche diese Punkte so noch übernehmen. Sollte kein Gegenvorschlag zustande kommen, werde ich auf den gesunden Menschenverstand der Politiker setzen und die Initiative dennoch unterstützen.

Die Abtreibung ist ein widernatürlicher Eingriff in die wohl natürlichste Sache der Welt: die Schwangerschaft. Warum soll das von der Grundversicherung übernommen werden?
Die Schwangerschaft ist keine Krankheit die es zu heilen gilt!
Und an alle welche die Abtreibung beschönigen wollen: Wir sprechen hier über das Töten eines ungeborenen Kindes!

Es scheint sich in unserer Gesellschaft zunehmend eine etwas verknorkste Einstellung zum Leben zu etablieren, da einem ungeborenen Kind scheinbar weniger Rechte zugesprochen werden, da es noch nicht auf die Welt gekommen ist.

Ein ungeborenes Kind ist jedoch unter dem Vorbehalt erbberechtigt, dass es lebend zur Welt kommt. Aber ein ultimatives Recht auf Leben soll es nicht haben?
Ganz nach dem Spruch: erbe oder sterbe.
Diese Entwicklung in unserer Gesellschaft ist doch sehr makaber!


Zusammenfassend bleibt mir zu sagen:

Mir ist durchaus bewusst, dass wir mit dieser Initiative nicht über ein Verbot von Abtreibungen sprechen (welches ich so auch nicht ünterstützen würde), sondern über die Streichung finanzieller Unterstützung für Abtreibungswillige.
Ich unterstütze diese Initiative, auch wenn ich mir noch Anpassungen wünschen würde welche genau klären in welchen Fällen die Abtreibung von der Grundversicherung übernommen wird.

Auch ein ungeborenes Kind trägt schlussendlich bereits das ganze Potential eines Menschen in sich. Für mich ist es daher nicht verantwortbar, dieses Leben auszulöschen oder die Abtreibung finanziell zu unterstützen.


Beste Grüsse




29 Kommentare
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Wissenschaftlich ist bis heute nicht geklärt, ab welchem Stadium/Alter tatsächlich von einem individuellen Leben gesprochen werden kann, bei der geschlechtsreifen Frau hingegen kann man sich sehr sicher sein dass sie ein individuelles Lebewesen ist.

Tun Sie dem Kind einen Gefallen wenn Sie die Frauen, die ungewollt schwanger sind, mit finanziellem Druck dazu zwingen wollen, zu gebähren?
Mé La - Piraten 18. Februar 2010 Verstoss melden
Nein mit dieser Initiative wird ja niemand dazu gezwungen das Kind zu gebären, die Kosten für die Abtreibung sollen nur selber bezahlt werden, wenn man ein Kind auch abtreiben will! Natürlich mit der Ausnahme gravierender Fälle wie einer Vergewaltigung, drohender Tod der Mutter....

Tue ich dem Kind einen gefallen, wenn ich Frauen zwinge zu gebären?
Nun auf diese Frage möchte ich mit einer Gegenfrage antworten:
Erhoffen Sie Sich für ein Kind etwa bessere Lebensumstände wenn Sie es abtreiben?

Ins gleiche geht es doch mit Behinderungen. Wenn ein Kind eine Behinderung hat, kann es sowieso kein fröhliches Leben haben (sagt man). Das reale Leben zeigt oft das Gegenteil, Menschen mit Behinderungen sind oftmals lebensmutiger und bejahen das Leben mehr als wir "normalen" Menschen.
Auch für sie gilt: Erhoffen wir uns für Kinder mit Behinderungen bessere Lebensumstände, wenn wir sie abtreiben, bzw töten?
Das ist doch eine lebensverachtende Einstellung!
Und das soll auch noch von der Grundversicherung gedeckt werden?
Nein, wer abtreiben will, soll die Kosten selber übernehmen, es sei denn, die besagten Ausnahmekriterien treffen zu.


Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 18. Februar 2010 Verstoss melden
Wenn eine Frau kein Geld für eine Abtreibung hat und diese nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, dann wird sie ganz klar dazu gezwungen, das Kind auf die Welt zu bringen. Gerade die finanzschwachen werden da eines Rechtes beraubt, dass sich dann andere "erkaufen" können....
Lebensumstände kann ich mir für das Kind keine "erhoffen". Das ist irgendwie symptomatisch für den Tod - ist aber immer noch besser als schlechte Umstände, finde ich.

Auch bei Kindern mit Behinderungen ist die Einstellung der Eltern zum kind massgeblich daran beteiligt, ob es ein lebensmutiger, lebensbejahender Mensch wird, oder sich einfach zum Leben gezwungen fühlt.

Ich finde Ihre Einstellung in dem Fall äusserst todesverachtend...
Mé La - Piraten 18. Februar 2010 Verstoss melden
Das Wörtchen "Selbstverantwortung" ist bekanntlich nicht in allen politischen Kreisen gleich verbreitet.
Wenn man mit jemandem schläft, sollte sich auch schon Gedanken zum Thema Verhütung machen.
Wenn man aus jugendlichem Leichtsinn nicht verhüten will, soll man später auch die Konsequenzen für diese Verantwortungslosigkeit tragen. Diese Leichtfertigkeit muss sicher nicht noch von der Grundversicherung gedeckt werden!

Nur weil Sie denken, das Kind könnte theoretisch unter schlechten Umständen aufwachsen, sollen wir es umbringen? Lieber auf Nummer sicher gehen?
Nein mit solch einer Einstellung zum Leben kann ich tatsächlich nicht sehr viel anfangen.

Wie gesagt, bei Vergewaltigung sollen die Kosten übernommen werden. Für "normale" Abtreibungen sollen die Kosten selber getragen werden.








Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 18. Februar 2010 Verstoss melden
Es gibt nicht ein einziges Verhütungsmittel dass zu 100 Prozent sicher ist, nicht einmal die Sterilisation des Mannes garantiert einen hundertprozentigen Schutz. Höchstens eine komplette Entfernung des Gebärapparates der Frau garantiert maximalen Schutz.
Das ist eine Tatsache und dazu gibt es Statistiken. Warum also alle Leute gleich behandeln als wären sie unfähig oder verantwortungslos wenn das nicht zwangsläufig der Fall ist?

Nur weil Sie denken, dass das Leben über allem erhaben ist muss man das Risiko eingehen Babyklappen-Kinder am Laufmeter zu produzieren?
Mit dieser Einstellung kann ich halt auch nicht viel anfangen...

Keine Abtreibung ist "normal"... Es wird niemals wie ein Zahnarztbesuch sein....
Mé La - Piraten 19. Februar 2010 Verstoss melden
Zitat Mé La:
"Nur weil Sie denken, dass das Leben über allem erhaben ist muss man das Risiko eingehen Babyklappen-Kinder am Laufmeter zu produzieren? "

Ist das Leben für Sie denn nicht über allem erhaben? Leben muss doch geschützt werden?
Sie erwähnen Babyklappen. Wir haben seit 2001 eine Babyklappe in Einsiedeln. In den rund neun Jahren seitdem diese Babyklappe eingerichtet wurde, sind insgesammt fünf Kinder abgegeben worden. In Anbetracht dieser Zahlen scheinen Sie mir doch einen sehr grossen Hang zur Übertreibung zu besitzen, zumal Sie von "Babyklappen-Kinder am Laufmeter" sprechen. Ich wage mal daran zu zweifeln, dass die Zahl der Babyklappenkinder zunehmen wird, wenn eine Abtreibung selber finanziert werden muss. Da besteht für mich kein Zusammenhang.
Auch wenn es einen gäbe, schlussendlich ist solch eine Babyklappe doch eine geniale Erfindung? Das Kind lebt, wird anschliessend in eine adoptionswillige Familie gegeben, wo es wohlbehütet und in guten Verhältnissen aufwachsen kann. Jede beteiligte Person kann dieser Babyklappe etwas abgewinnen, ja selbst die biologische Mutter.

Zu den Verhütungsmitteln:
Ich glaube es gibt schon einen messbaren Unterschied ob man zB. ein Kondom verwendet, oder nicht ;-)
Wenn Sie schon von einer Statistik sprechen, würde ich mich natürlich riesig freuen wenn Sie diese hier noch verlinken würden, da ich die genauen Zahlen nicht kenne.

Freundliche Grüsse
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 20. Februar 2010 Verstoss melden
Das Leben, so sehr ich es geniesse und durchaus achten kann, ist für mich mit Sicherheit nicht über allem erhaben. Denn wenn Leben so richtig wäre, dann wäre es mit Sicherheit nicht so exrem vergänglich...

Also ich finde dass es nur natürlich ist dass die Anzahl der Babyklappenkinder steigen würde, weil es ja einfach billiger sein wird auszutragen statt abzutreiben. ... das finde ich jetzt absolut symptomatisch.

Eine Babyklappe ist eine geniale Erfindung? Es ist meiner Ansicht nach eine sehr traurige, wenn auch notwendige Erfindung die mehr an Altglasentsorgung als an würdigen Umgang mit Leben erinnert. Nicht alle Kinder landen bei adoptionswilligen Familien, viele werden in Heimen "grossgezogen". Und dort kommt einem Kind niemals die Aufmerksamkeit entgegengebracht, die ein heranwachsender Mensch eigentlich benötigt. So etwas kann nicht mit Pflegepersonal im Neunstundentakt ersetzt werden.

Wenn die biologische Mutter das Kind austrägt und es dann in die Babyklappe steckt fühlen sie sich also wöhler als wenn sie das Kind nicht zulässt? D.h. sie denken es ist besser Leben in die Welt zu setzen und es dann quasi auf sich selbst gestellt Unbekannt zu überlassen gemäss dem Dogma, dass das Leben "heilig" ist anstatt meiner Ansicht nach echte Verantwortung zu übernehmen, auf die Gefahr sich "schuldig" zu machen...

Hier die gewünschte Statistik gemäss offiziellem Pearl-Index:
http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Verhuetung/Sicherheit+Notfall/Verhuetung-Welche-Methode-ist-a-233.html

Nicht eine einzige Verhütungsmethode hat einen Wert von absolut 0, warum also so tun als ob?


Mé La - Piraten 20. Februar 2010 Verstoss melden
Da klaffen unsere Wertvorstellung wohl zu fest auseinander als das wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnten ;-)
Für mich ist das Leben ein Geschenk welches es zu achten gilt! Leben muss erhalten werden und es ist hierbei kein Unterschied zwischen bereits geborenen und ungeborenen Lebewesen zu machen.
Wir hatten es schon zur Genüge, dass eine gewisse Gruppe von Menschen "wussten", welches Leben lebenswert war und welches nicht. Die Folge war das Töten von nicht lebenswerten Lebewesen.
In meinen Wwertvorstellungen steht es dem Mensch überhaupt nicht zu, darüber zu entscheiden ob ein Mensch getötet werden darf oder nicht.
Aber wie schon anderswo gesagt, scheint es in unserer Gesellschaft einen stetigen Wertezerfall zu geben, oder um es weniger Krass zu formulieren: einen Wertewandel.
Zitat: Mé La
"Also ich finde dass es nur natürlich ist dass die Anzahl der Babyklappenkinder steigen würde, weil es ja einfach billiger sein wird auszutragen statt abzutreiben. ... das finde ich jetzt absolut symptomatisch. "
Und was wäre daran schlecht? Finden Sie es etwa gut wenn man ein ungeborenes Kind tötet? Soll man lieber abtreiben weil es teurer kommt und das Kind damit getötet wird? Eine etwas quere Logik.

Weiter schreiben Sie:
"Und dort kommt einem Kind niemals die Aufmerksamkeit entgegengebracht, die ein heranwachsender Mensch eigentlich benötigt. "
Da haben Sie durchaus Recht, allerdings stellt sich auch hier wieder die Frage: erhoffen Sie Sich für das Kind bessere Lebensumstände indem Sie es töten wollen?
"Gewollte" Kinder müssen auch nicht automatisch unter rosigen Umständen aufwachsen. Mit diesem Argument für eine Abtreibung (bzw deren Finanzierung über die GV) zu werben, halte ich nicht wirklich für sehr durchdacht.

Zitat: Mé La

"D.h. sie denken es ist besser Leben in die Welt zu setzen und es dann quasi auf sich selbst gestellt Unbekannt zu überlassen"

Nein es wird nicht auf sich selbsts gestellt, es wird sofort medizinisch versorgt. Die Kinder welche in der Schweiz in die Babyklappe gelegt wurden, sind bei Pflegeeltern untergekommen.
Und was ist wohl die bessere Lebensaussicht:
Sterben oder das Leben versuchen und in einer Pflegefamilie (in Ihrem genannten Fall auch Pflegeheim) aufzuwachsen?

Leider konnte ich die verlinkte Seite nicht öffnen und habe nur wenig Zeit um danach zu suchen, allenfalls mache ich es noch später.
Aber ich denke es macht schon einen unterschied ob man in jugendlichem Leichtsinn ohne Verhütungsmittel überall herumpoppt oder ob man zumindest versucht zu verhüten.

Noch es schöns Tägli

lgC



Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 23. Februar 2010 Verstoss melden
Ich denke der gemeinsame Nenner ist gar nicht erforderlich, wenn zumindest Toleranz gegenüber anderen Wertvorstellungen angeboten wird.

Wenn wir jegliche Form von Leben per Definition (Es ist in der Lage sich fortzupflanzen, es hat einen Stoffwechsel und es bildet nach außen abgeschlossene Gebilde) erhalten wollen, dann müssen Pestizide, Masturbation und Antibiotika usw. per sofort verboten werden. Sprechen Sie sich dafür aus?

Ich finde es sind nicht irgendwelche Menschen die darüber entscheiden, ob das Leben irgendeines Fötus lebenswert sein wird. Es sind die Eltern die diese Entscheidung treffen, es ist die Frau die das Lebewesen im Bauch trägt und es ist der Mann dessen Samen mitverantwortlich für die ungewollte Schwangerschaft ist. Es sind auch die beiden Personen die sich bewusst sein müssen, dass ein Kind viel (von ihrer) Aufmerksamkeit, (von ihrer) Zuwendung, (von ihrer) Geduld und (von ihrem) Geld benötigt.

In meiner Wertvorstellung ist Mord auch nicht gerade hoch platziert. Aber wie vorhin bereits erwähnt, ist das generelle Erhalten und Fördern des Lebens auch nicht umsetzbar, weil unsere Zellen per Definition leben. Aber wir können doch nicht jeden Abend eine Trauerfeier anstimmen weil sich unser Körper erneuert...
Ich will darauf hinaus, dass nicht alles was lebt auch erwiesenermassen ein Bewusstsein haben muss. Und Mord ist meiner Ansicht nach erst dann der passende Begriff, wenn es um die Auslöschung des Menschlichen Bewusstseins geht. Denn Jagen wird ja auch nicht als Morden bezeichnet, so wie eine Abtreibung für mich kein Mord ist, da ich in einem 12 Wochen alten Fötus zwar das Potential für einen menschlichen Körper erkenne, jedoch keinen individuellen Geist der sich in Relation zu seiner Umwelt stellen könnte. Es kann sein, dass ich mich irre und es tatsächlich schon komplexe Wesen sind - zu beweisen ist es ja nicht. Und genau diese Unbewiesenheit (zumindest zu diesem Zeitpunkt) hindert mich daran, anderen Menschen vorzuschreiben, wie die nächsten 25 Jahre eines oder mehr Menschenleben auszusehen haben.

Was heisst schon Wertezerfall? Die Werte die uns seit hunderten von Jahren diktiert werden sind im Mittelalter von homosexuellen Geistlichen geschrieben worden und werden heute von pädophilen Geistlichen verkündet. Dieser sogenannte "Wertezerfall" ist nichts anderes als die skeptische Betrachtung von Traditionen und Dogmen, und das ist auch gut so, denn ohne Selbstreflexion kann der Mensch nicht aus seinen Fehlern lernen.

Fragen Sie mich hier wirklich was daran schlecht ist wenn Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen? Fragen Sie doch mal Ihre Eltern, was ohne sie aus Ihnen geworden wäre.
Psychologisch betrachtet, verfügt der Mensch über einen Sexualtrieb, jedoch über keinen Fortpflanzungstrieb. Das bestätigt sich in der Abtreibung voll und ganz. Dass damit die Befürworter "des Lebens" (die ja auch Ameisen platttreten, auf Kosten der Armen leben, masturbieren, mit Pestizid behandeltes Gemüse essen) ein Problem haben verwundert mich, wo sie eben genau selber doch so ein scheinheiliges Leben führen und bereits für die Tode etlicher Lebewesen verantwortlich sind (weil man das als Mensch zwangsläufig ist).

Sie sprechen ständig von Mord und Sterben, von einem ungeborenen "Kind" als ob sie wüssten, ab wann man von einem "schützenswerten" Leben sprechen kann. Bitte erläutern sie mir doch woher sie sich das Recht nehmen über schützenswertes und nicht schützenswertes Leben zu entscheiden, denn ich muss mich deswegen ja scheinbar auch rechtfertigen.

Von Lebensumständen ist für ein Kind dank der Abtreibung eben genau nicht die Rede. Aber ein Menschenleben quasi rauszudrücken und dann einfach in die Obhut Fremder zu verschicken, obwohl es die höchsteigene Verantwortung ist, sich darum zu kümmern. Das finde ich viel bedauerlicher.

Auch gewollte Kinder können depressiv werden. Das beweist nur, dass die Gesellschaft mittlerweile ein so straffes Regime führt, dass nicht einmal mehr Gesunde gesund sein können. Klar können auch ungewollte Kinder auch ein glückliches Leben haben, aber ein gesundes soziales Familienleben bleibt ihnen womöglich verwehrt, und das obwohl genau dort der Grundstein für Soziales Verhalten, Interaktion, Verständnis, Geduld, Toleranz und Geborgenheit gelegt wird (http://www.welt.de/wams_print/article2628086/Warum-Familie-so-wichtig-ist.html)

Rückblickend wird wohl kein Mensch von sich behaupten, dass er gerne abgetrieben worden wäre (ausser er ist suizidal). Aber wollen wir ehrlich sein: wenn wir abgetrieben worden wären, hätten wir diesen Gedanken vermutlich gar nie fassen können (Theorien von Engeln die im Himmel auf Wolken sitzen und weinen ausgenommen).

Ich schliesse mich ganz klar der Meinung an, dass in erster Linie verhütet werden muss was das Zeug hält. Aber es kann und wird immer wieder passieren, dass auch eine Verhütungsmethode mal nicht greift, und daran sind wirklich nicht immer die Leute schuld.
Gruss
MéLa

Mé La - Piraten 4. März 2010 Verstoss melden
Hm wenn ich von Mord gesprochen habe (in der Hitze des Gefechtes kann das passieren), so ist das natürlich so nicht ganz korrekt, vor allem wenn man es vom juristischen Punkt aus betrachtet.
Was ist der Unterschied zwischen der befruchteten Eizelle und einer "normalen" Hautzelle? Aus der Hautzelle wird auf natürlichen Wegen nie ein Mensch zustande kommen. Wird jedoch eine Eizelle befruchtet, so steckt nun das gesamte Potential eines neuen Menschen in dieser befruchteten Eizelle. Auf natürlichem Weg wird dadurch ein neues Kind, ein neuer Mensch wachsen und auf die Welt kommen (gesetzt den Fall, es kommt nicht zu Komplikationen). Darin liegt m.E. der Unterschied zwischen einer Hautzelle und einer befruchteten Eizelle. Die Hautzelle ist nicht dazu bestimmt, zu einem neuen Menschen heranzuwachsen. Darum ist es ja auch so verzwackt! Die Anlagen für ein späteres Bewusstsein steckt schon in der befruchteten Eizelle. Wenn man dem Lauf der Natur folgt, wird daraus ein lebendes, atmendes und selbstständiges Wesen, was man in diesem Sinne von einer Hautzelle (Zweck liegt bei einer Hautzelle woanders), nicht gesagt werden kann.
Sie machen noch einen Bezug zur Tierwelt, wie dort der Mensch anderes Leben tötet. Zudem soll ich mich rechtfertigen, weshalb ich in der Tierwelt nicht über „lebenswertes Leben“ urteile. Ich weiss ja nicht ob Sie Vegetarier sind, aber für mich ist das Fleischessen etwas normales, es gehört zum Leben, es ist natürlich. Ebenso natürlich ist es daher zu jagen, oder Beeren einzusammeln. Natürlich ist es auch, dass man die eigenen „Artgenossen“ schützt. Darum halte ich Ihren Bezug zur Tierwelt für nicht ganz korrekt. Es liegt nicht in der Natur des Menschen, Kinder abzutreiben, jedoch liegt es in der Natur des Menschen sich von Pflanzen und anderen Tieren zu ernähren. Ich gehe nicht zum Tier hin und sage: „Du hast kein Lebenswertes Leben, also erschiesse ich Dich“. Ganz im Gegenteil, das Tier zu töten ergibt sich für mich aus der Notwendigkeit heraus zu überleben. Wenn ich überleben will, muss ich mir zwangsweise Nahrung beschaffen, ob pflanzliche oder tierische, sei dahingestellt.
Zur Familie:
Auch ein adoptiertes Kind kann froh aufwachsen! Dafür gibt es mehr als genug Beispiele! Wenn es liebende Pflegeeltern hat, steht einer glücklichen Kindheit nichts mehr im Weg.
So ich hoffe ich konnte auf das meiste eingehen, sicher bin ich nicht, da Ihr Text doch sehr lang war
;-)
Aber ich möchte noch abschliessend etwas ansprechen, was eigentlich gar nicht wirklich zum Thema gehört: Die Kirche
(Ich möchte aber nicht gross abschweifen). Ich finde Sie tun dieser Institution ziemlich grosses Unrecht wenn Sie alle als Kinderschänder bezeichnen. Aber es liegt halt im Trend sich über die Kirche aufzuregen und diese Institution zu beleidigen :) Muss man halt akzeptieren.

Beste Grüsse

Charles


Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 4. März 2010 Verstoss melden
Den Unterschied zwischen Hautzelle und befruchteter Eizelle sehe ich durchaus. Ich frage mich aber wo sie die Grenze ziehen. Ist die Pille danach auch Abtreibung? Ist nach der Befruchtung ein schützenswertes Lebewesen da?
Und echte Sorgen um unsere "Art" müssen wir uns wohl nur aufgrund menschlicher Fehlleistungen (beispielsweise die Unfähigkeit allen menschen auf der Erde Nahrung zu bieten, obschon die Ressourcen und das Geld da sind) und Naturkatastrophen machen, weniger wegen Tieren. Die Idee "ja mäh sonst fressns uns" ist etwas unwahrscheinlich. Ich bin keine Vegetarierin, obwohl ich finde das die industrielle Produktion von Fleisch massive Verschwendung von Ressourcen ist. Ich will nur auf eines hinaus: wenn der Mensch so etwas besonderes ist, warum schadet er unserem planeten mehr als jedes tier? Ihr Leben in Einklang mit dem Planeten betrachtend haben die Tiere uns sogar einiges voraus, und verdienen damit eigentlich besonderen Schutz. Im Grunde geht es mir darum, dass der Mensch sich selbst und das Leben ziemlich hoch bewertet, gemessen an der Tatsache, dass die Geschichte etwas anderes sagt. Mögen wir erfinderisch sein, aber keineswegs weitsichtig. Mag das Leben schön sein, aber von allem anderen wissen wir nichts.

Für mich steht fest: ich weiss nicht ob da bereits etwas "Schützenswertes" in den Bäuchen ungewollt schwangerer Frauen schlummert, aber ich empfinde es als nicht richtig jemandem, der zu 100% ein Bewusstsein hat und dadurch auch zu 100% schützenswert ist aufgrund einer unbewiesenen These die Lebensplanung vorzuschreiben.

Während es Ihnen um den Schutz und den Erhalt von Leben geht, geht es mir darum, dass Leben anderer nicht gegen ihren Willen zu beeinflussen.

Die Kirche ist bei mir nicht erst seit den jüngsten Meldungen auf der Schwarzen Liste. Die Dekadente Lebensweise in Rom, die dekadente Zurschaustellung von Geld, die Scheinheiligkeit und vor allem: alle nennen sich gläubig, tun aber so als wären sie wissend. Ich bin agnostisch und mir persönlich gehen die ganzen religiösen Eskapaden schlicht auf den Keks. Ich habe kein Problem damit wenn jemand an irgendetwas glauben will, aber ich kann fundamentalismus nicht ab. und auch wenn viele Christen sich nicht als fundamentalistisch betrachten, so scheint mir bereits der Anspruch auf eine Politische Position selbst bereits als fundamentalistisch... Ich mag vielleicht mit dieser Einstellung sehr einsam dastehen, aber das ändert nichts daran, dass ich mir diese meinung gebildet habe.
Mé La - Piraten 4. März 2010 Verstoss melden
@Charles Schnyder Von Wartensee: Dass es natürlich sein soll, dass man die eigenen Artgenossen schützt, halte ich für falsch. Weder im Tierreich noch in der Menschheitsgeschichte sind Artgenossen prinzipiell geschützt. Es ist immer ein Abwägen zwischen Kooperation und Konfrontation, und in der Konfrontation ist das Leben des Gegners oftmals nicht schützenswert. Die Vorstellung, dass jedes Menschenleben schützenswert ist, ist nicht nur historisch, sondern auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel.
Das will nicht heissen, dass ich diese Vorstellung ablehne, aber Ihre Begründung, dies sei naturgegeben, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand.
David H - Piraten 4. März 2010 Verstoss melden
@David H
Nun meine Wertvorstellungen sind die meinen, das muss nicht automatisch auf jeden anderen Menschen auf dieser Welt gelten. Sie haben natürlich Recht, vermutlich habe ich den Kreis ein wenig zu weit gezogen. Für mich stimmt es jedenfalls.
Aber in einem etwas kleineren Rahmen betrachtet:
Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass er seine Artgenossen die eng mit ihm verbunden sind (zB Kinder, Verwandte), schützen will. Es ist nicht natürlich sein eigenes Kind abzutreiben. Oder etwas doch?
Wenn es so wäre, würde die Spezies Mensch wohl nicht lange überlegen.

@Mé La
Hm wenns mir Recht ist, unterbindet die Pille doch die Befruchtung? Wenn es zur Befruchtung kommt, ist es für mich konsequenterweise auch Abtreibung, aus den von mir bereits genannten Gründen.



Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 4. März 2010 Verstoss melden
Zitat Mé La
„Ich will nur auf eines hinaus: wenn der Mensch so etwas besonderes ist, warum schadet er unserem planeten mehr als jedes tier?“
Ich möchte nicht unbedingt sagen, dass der Mensch etwas besonderes oder besser als andere Tierarten ist. Aber Menschen gehören zufälligerweise zur gleichen Art wie ich, sie sind mir grundsätzlich vertraut und in erster Linie nicht meine natürlichen Feinde (auch wenn leider unaufhörlich gemordet wird…) Sie können sich natürlich zu Feinden entwickeln, aber ich glaube kaum, dass die meisten Menschen auf der Erde meinen Tod wünschen :D (Ich hoffe es zumindest)
Tiere haben tatsächlich einen besonderen Schutz verdient, darum finde ich es wirklich toll wenn Menschen sich in Tierschutzorganisationen engagieren. Gleichermassen zolle ich den Menschen hohen Respekt, welche anderen Menschen zu helfen versuchen.

Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 4. März 2010 Verstoss melden
Zitat Mé La:
„Für mich steht fest: ich weiss nicht ob da bereits etwas "Schützenswertes" in den Bäuchen ungewollt schwangerer Frauen schlummert, aber ich empfinde es als nicht richtig jemandem, der zu 100% ein Bewusstsein hat und dadurch auch zu 100% schützenswert ist aufgrund einer unbewiesenen These die Lebensplanung vorzuschreiben.“
Nun gebe ich eine Ihrer Fragen an Sie zurück: Wo ziehen Sie denn die Grenze? Ist ein ungeborenes Kind ab der zwölften Schwangerschaftswoche ein fühlendes Wesen? Oder erst nachdem es zur Welt kam? War es dann im Bauch nicht schon vorher fühlend? Ist das Kind vor der zwölften Schwangerschaftswoche nicht fühlend? Aber nach der zwölften Woche schon?
Das wirkt mir etwas gar willkürlich.
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 4. März 2010 Verstoss melden
Ich habe nie behauptet, dass ich wüsste wann man von schützenswertem Leben sprechen kann. Genau das entzieht mir aus moralischer Sicht das Recht, andere in dieser Angelegenheit in irgendeiner Weise zu bevormunden.
Mé La - Piraten 4. März 2010 Verstoss melden
Zur "Natürlichkeit" des Infantitzids findet man folgendes:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kindstötung
http://de.wikipedia.org/wiki/Infantizid(Zoologie)
Mé La - Piraten 4. März 2010 Verstoss melden
zur Wirkung der Pille danach:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pille_danach

Bei erfolgreicher Einnahme der Pille danach würde eine Befruchtung verhindert. Ich würde Herrn Schnyder durchaus zustimmen, dass in diesem Stadium noch kein "schützenswertes Leben" existiert. Sobald die Eizelle aber befruchtet ist, sehe ich diese als durch und durch schützenswertes Leben an. Es besteht zwischen dieser (befruchteten) Eizelle und der Mutter, die sie in sich trägt (biologisch) kein Unterschied ausser ca. 9 Monate im Fruchtwasser und einige Jahre Wachstum.

Leben wird immer bewertet, da haben Sie recht, Mé La. Allerdings stelle ich mir die Frage, bis zu welchem Grad ich eine solche Wertung tolerieren bzw. mitfinanzieren möchte.
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
Ich finde eine geschlechtsreife Frau unterscheidet mehr von einem Fötus als 9 Monate Fruchtwasser und ein paar Jahre Wachstum. Die biologischen Grundlagen sind zweifelsohne vorhanden, aber ob man von einem Bewusstsein sprechen kann dem man das Leben "wieder" entzieht (was erklärt warum viele Leute Abtreibung dann zwangsläufig auch als Mord bezeichnen), das ist nicht geklärt. Und solange das nicht geklärt ist, will ich es jedem selbst überlassen, diese schwierige Entscheidung zu treffen ohne die Empfehlung "du das lebt vielleicht!" zu machen. Das wissen die Leute schon selber.

Mitfinanzieren und tolerieren sind doch schon lang zwei Paar Schuhe. Wer ein T-Shirt kauft weil er was zum anziehen braucht, der finanziert unter Umständen den Swimmingpool eines Fabrikanten der Kinder zum Hungerlohn schuften lässt. Wer Steuern zahlt, finanziert die Armee und zur Tötung von Menschen vorgesehene Geräte (Waffen). Selbst wenn wir Max Havelaar Bananen kaufen. Wer sagt uns dass nicht einfach irgendjemand auf der Fähre sich einen Spass erlaubt hat und dieses Etikett an die Frucht geklebt hat? Wie viele Amerikaner erhalten mit ihren Steuern das System der Todesstrafe aufrecht ohne das zu wollen? Sind sie alle schuldig?

Wir alle sind bereits schuldig und machen uns täglich noch schuldiger. Wir tun das nicht weil wir "böse Menschen" sind, sondern weil wir schlicht nie gefragt wurden. Und wir werden auch nicht mehr unschuldiger wenn wir Menschen mit genug Geld eine sichere Abtreibung garantieren während wir den finanziell Schwachen Menschen das Recht auf eine sichere Abtreibung verwehren...
Mé La - Piraten 5. März 2010 Verstoss melden
@Mé La
Bis wann darf man denn ein ungeborenes Kind Ihrer Absicht nach abtreiben?

Nochmals: Wenn es zur Befruchtung gekommen ist, steckt nun das ganze Potential eines Menschen in der befruchteten Eizelle. Im natürlichen Verlauf wächst daraus ein „vollständiger“ Mensch heran.
Sie sehen also im ungeborenen Kind kein schützenswertes Leben, gut, lassen wir das halt so im Raum stehen.
Mé La:
„Wir alle sind bereits schuldig und machen uns täglich noch schuldiger.“

Das ist natürlich ein gutes Argument um uns noch weiter schuldig zu machen… wir sinds ja eh schon, dh wir können gleich dort weitermachen wo wir aufgehört haben.
Der Schutz des Lebens wächst eigentlich konsequenterweise aus der Bereitschaft der Menschen heraus, zusammen eine Gesellschaft zu bilden, in der nicht das Faustrecht, sondern Gesetze gelten. Jedes Leben ist gleich viel Wert, komplett egal ob man adlig ist, schwarz, weiss, behindert oder gesund. Jedes Leben zählt gleich viel.
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 5. März 2010 Verstoss melden
Ich kann absolut nachvollziehen, dass viele Leute (wenn auch eine Minderheit in der Schweiz) Abtreibung mit Mord gleichsetzen...

Irgendwann werden wir auch mit unserer (begrenzten) Wissenschaft erklären können, ab welchem Zeitpunkt ein Fötus das Bewusstsein entwickelt und so zu ein bisschen mehr Menschenwürde und entsprechendem Schutz kommt.

Getreu Ihrem Motto, dass wir uns eh schon schuldig gemacht haben, möchte ich mir nicht noch mehr Schuld aufladen und sagen müssen, dass ich eine Abtreibung befürwortet habe!

Da stimme ich Ihnen total zu: jedes Leben ist gleich viel wert!

Ein anderer Gedanke: Wie stünde es um die Präventivwirkung einer solchen Regelung??
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
Ich habe keine ahnung ab wann ein ungeborenes Kind "schützenswert" ist. Darum will ich die Entscheidung auch denjenigen Leuten überlassen, die die Konsequenzen tragen müssen.

Was die "generelle Schuldigkeit" betrifft wollte ich vor allem darauf hinaus, dass uns die Wahl zu einem Grossen Teil bereits entzogen worden ist wofür wir Geld bezahlen und wozu nicht. Genau das ist ein Grund für mich, es den Betroffenen selbst zu überlassen: so kann jeder seine Schuld noch selber ein wenig beeinflussen.

Die Präventivwirkung? Die steht für mich auf null. Die Frauen sind ungewollt schwanger, d.h. sie haben in der Regel bereits versucht die Schwangerschaft zu verhindern. Ich denke keine Frau denkt heute "Ach lassen wir uns doch mal schwängern, die Gesellschaft bezahlt ja den Abbruch" .- dafür ist eine Abtreibung einfach zu unangenehm - sowohl körperlich als moralisch.

Eine Andere Frage: Die Abtreibungsfinanzierung von Frauen die vergewaltigt wurden wird von vielen Abtreibungsgegnern gut geheissen. Das überrascht mich. Ist denn das Kind das aus der Vergewaltigung hervorgeht dann nicht genau so schützenswert wie die anderen ungewollten Kinder die mit Spass am Sex entstanden sind? Also wenn es doch schon um den Konsequenten Schutz von Leben geht, dann überrascht es mich dass der Schutz hier ausgenommen wird.

Für mich als Frau bedeutet das ja im Klartext: sobald ich Spass am Sex habe, muss ich aufpassen dass mich mein Partner nicht plötzlich mit einer Schwangerschaft im Regen stehen lässt, denn ich und nur ich werde zur Verantwortung gezogen und ich alleine muss das Kind auf die Welt bringen oder dessen Abtreibung finanzieren. Mich überrascht dass viele Männer hier es für gut befinden, die Abtreibungsfinanzierung auf die Privaten abzuschieben, ohne dabei zu erwähnen dass es ja auch keine Gesetzliche Grundlage gibt die den Mann eben so zur Verantwortung zieht. Schliesslich ist er am Gen-Cocktail nicht unbeteiligt.

Die Schuldfrage für eine Abtreibung muss aus meiner Sicht jeder für sich klären. Und darum will ich auch jedem das Recht zur Entscheidung überlassen.



Mé La - Piraten 6. März 2010 Verstoss melden
Mé La:
„Eine Andere Frage: Die Abtreibungsfinanzierung von Frauen die vergewaltigt wurden wird von vielen Abtreibungsgegnern gut geheissen. Das überrascht mich.“
Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hierbei auch um einen Kompromiss handelt. Sie haben durchaus Recht, auch ein Kind welches durch eine Vergewaltigung gezeugt wird, besitzt ein schützenswertes Leben! Denn dieses Kind kann ja nichts für die Umstände unter welchen es gezeugt wurde. Dennoch wird es dann mit dem Tod bestraft (sofern es abgetrieben wird). Moralisch gesehen steckt man hier wirklich in einer Zwickmühle (wie gesagt, das Kind kann ja nichts dafür). Es ist klar, dass ein Verbot von Abtreibungen nach einer Vergewaltigung in der heutigen Zeit realpolitisch gesehen nicht durchsetzbar ist. Aber anstatt das Thema zwischen zwei Fronten hin und her zu schieben, musste man sich auf eine Art Kompromiss einigen. So kommt es mir zumindest vor.

Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 6. März 2010 Verstoss melden
Ich habe meine Moralvorstellungen und zu denen stehe ich. Allerdings muss ich etwas noch loswerden: Ich werde meiner Freundin, sollten wir mal vor dieser Frage stehen, nur meine Meinung anbieten können. Die Entscheidung über eine Abtreibung wird schlussendlich sie und sonst niemand zu fällen haben.

Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 6. März 2010 Verstoss melden
Herr Schnyder, noch eine Frage: wenn die Abtreibung selbst bezahlt werden muss, ihre Freundin ungewollt schwanger wird und eine Abtreibung will, werden sie die Abtreibung mitfinanzieren oder werden Sie ihrer Freundin zu verstehen geben, dass sie das selber bezahlen muss weil das gegen Ihre Moral verstösst? Falls die Frage zu persönlich ist, bitte ich um Nichtbeachtung.
Mé La - Piraten 7. März 2010 Verstoss melden
Zum Glück war ich noch nie in dieser Situation. Daher ist es nur eine theoretische Überlegung. Wie gesagt, ich könnte ihr nur meinen Standpunkt näherbringen und hoffen, dass sie das Kind nicht abtreibt. Wenn sie das Kind jedoch trotzdem abtreiben wollte, müsste ich mir die Frage stellen, ob ich an dieser ungewollten Schwangerschaft auch eine "Mitschuld" trage. Zuerst würde ich wohl das Gespräch mit ihr und ihren Eltern suchen. Wenn die Eltern ihre Tochter finanziell nicht unterstützen würden, böte ich ihr meine Unterstützung an, da ich ja mitverantwortlich war. Allerdings befürchte ich, dass unsere Beziehung danach wohl nicht mehr gleich weiterverlaufen könnte und ich mit mir selber auch nicht mehr im Reinen wäre. Wie gesagt, es ist bloss eine theoretische Überlegung.
Ich kann kaum abschätzen was ich in so einer Situation sagen würde.
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP 7. März 2010 Verstoss melden
Zur Vergewaltigungs"geschichte":
Ich bin an und für sich auch der Ansicht, dass in einem solchen Fall nicht abgetrieben werden dürfte. Klar sind die Umstände unter denen das Kind gezeugt wurde absolut widrig, verwerflicht und niemandem zu wünschen! Allerdings gehe ich mit Herrn Schnyder überein, dass das Kind nichts für die Umstände seiner Zeugung hat und entsprechend genau wie jedes andere Kind eine Chance und m.E. auch ein Recht hat, zu leben. Falls in solchen Fällen eine Mutter das Kind nicht behalten will oder kann, dann stehen genügend alternative (gute) Möglichkeiten zur Verfügung, sei dies Adoption, Babyklappe und ähnliches.

Man bedenke, auch bei einem durch Vergewaltigung gezeugten Kind kommt die Hälfte des Genguts von der Mutter...

Zur Frage der Abtreigung durch die eigene Freundin/Frau/Partnerin (auch wenn sie nicht an mich gestellt wurde, gebe ich doch gerne meinen Standpunkt dazu ab): Ich als Mann habe kein Recht, die schwangere Frau zur einen oder anderen Haltung bzw. Ansicht zu zwingen. Das bedeutet, dass ich ihr, wie Herrn Schnyder gut beschrieben hat, nur mein Verständnis dieser Angelegenheit darlegen kann. Und gerade, wenn das Kind von mir ist, könnte ich mir nicht vorstellen, dieses Wesen abzutreiben, sofern das nicht medizinisch notwendig wäre... Wenn die Frau die Abtreibung will, müsste ich ihr wohl oder übel auch diesen Willen lassen - allerdings weiss ich nicht, ob ich eine Beziehung weiterführen könnte...

Glücklicherweise teilt meine Frau meien Ansichten in dieser Angelegenheit und ich bete und hoffe inständig, dass ich nie in eine solche Situation komme, eine derartige Entscheidung treffen zu müssen!!

Auch ich möchte und muss die Entscheidung bzw. das Recht abzutreiben, jeder und jedem einzelnen Betroffenen selber überlassen - dennoch gilt es - im Sinne ihrer obigen Beiträge einen Unterschied dort zu machen, wo es möglich ist. Wie Sie ausgeführt haben, Mé La, bezahlen wir schon genug sinnvolles und weniger sinnvolles, welches wir nicht mehr beeinflussen können. Entsprechend finde ich es wichtig diese Dinge anzugehen, wo ein entsprechendes Bedürfnis besteht!!...
Adrian Zehnder 9. März 2010 Verstoss melden
Ich finde es merkwürdig die Finanzierung einer Abtreibung davon abhängig zu machen ob die Frau den Sex wollte oder nicht. Das könnte die Frauen dazu animieren, öfter mal einen Mann auf Vergewaltigung zu vekrlagen wenn die "Herren der Schöpfung" sich nicht an der privat zu bezahlenden Abtreibung beteiligen wollen (ob das nun aus Geiz oder aus Moral geschehe kann ja hier dahingestellt sein).

Ich finde es schon nett dass Sie sich letzten Endes immerhin an der Abtreibung beteiligen würden (sofern denn eine "Mitschuld bewiesen" ist) und damit zu Gunsten des Willens ihrer Freundin die Tötung eines Fötus mitfinanzieren würden.
Mé La - Piraten 9. März 2010 Verstoss melden
@ Charles Schnyder
Bin der gleichen Meinung – vielen Dank für die Gedanken.
Matthieu J - Parteilos 12. März 2010 Verstoss melden
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Die Initianten (aus CVP, EVP, EDU, FDP und SVP) stammen aus dem Umfeld von religiösen Abtreibungsgegnern. Das sagt schon viel über die Initiative aus. Es geht nicht um die Sache, sondern um die übliche, ketzerische, pro/contra Abtreibungsdiskussion und um reinen Polit-Populismus.

Das Argument mit den Kosten hinkt, die Gesundheitskosten können nicht wesentlich gesenkt werden. Und es ist sehr zynisch, über Geld zu sprechen, wenn es um Abtreibung geht.

Und solange nicht über andere, realistische, noch nicht genutzte Sparmöglichkeiten diskutiert und entschieden wird, ist die Initiative nur billige Stimmungsmacherei.
4 Kommentare
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Die Abtreibungsdiskussion ist sicher sehr emotional und prädisponiert, doch wieso ketzerisch? Den Initianten geht es kaum um einen populistischen Wahlkampf oder Stimmungsmacherei.

Die Frage lässt sich wohl darauf reduzieren, ob jemand der Ansicht ist, dass ein 12 Wochen alter Fötus ein menschliches Wesen ist dem die vollen Menschenwürde zukommen soll oder ob dieser Fötus (noch) kein Mensch ist.

Dies ist schlussendlich eine Frage, die kaum mit politischen Argumente diskutiert werden kann sondern weitgehend auf der Ebene der persönlichen Weltanschauung beantwortet werden muss.

Wer eine Abtreibung aus ebendiesen weltanschaulichen, ethischen Gründen verwerflich findet, hat in jedem Fall das Recht, zu verlangen, dass sie oder er eine Abtreibung nicht zwangsweise mitfinanzieren müssen.
Samuel Kullmann - Mitglied des StudentInnenrates Universität Bern, EDU 17. Februar 2010 Verstoss melden
"Die Frage lässt sich wohl darauf reduzieren, ob jemand der Ansicht ist, dass ein 12 Wochen alter Fötus ein menschliches Wesen ist dem die vollen Menschenwürde zukommen soll oder ob dieser Fötus (noch) kein Mensch ist."

Ergo geht es indirekt eben doch nur um die Gretchenfrage "Abtreibung JA oder NEIN" !

Es würde mich bei einer allfälligen Annahme der Initiative nicht wundern, wenn sich die Initianten dadurch in ihrem eigentlichen Bestreben nach einem Abtreibungsverbot bestärkt sehen und alsbald mit einem entsprecheden Vorstoss aufwarten würden.

Schon aus diesem Grund ist die Initiative abzulehnen. Zudem sehe ich keine nennenswerte Kostenreduktion im Gesundheitssektor. Man könnte sich sogar fragen, ob nicht durch Abtreibungen die Kosten gesenkt werden? (-> die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaftsbegleitung und Geburt etc. übersteigen die einer Abtreibung um ein Mehrfaches)

Bei einer ungewollten Schwangerschaft handelt es sich tatsächlich nicht um eine Krankheit, sondern eher, wie es im Volksmund heisst, um einen "Unfall". Evtl. sollten in Zukunft Abtreibungen über die Unfallversicherung abgerechnet werden, was z.T. sicher auch im Interesse des Arbeitgebers wäre. ( Oder über die NBU,... je nach dem wann sich der "Unfall" ereignete...)

Ischi Manuel - Stadtrat Langenthal, GLP 18. Februar 2010 Verstoss melden

Sie äussern hier ihre Bedenken dass die Initianten bereits mit einem Vorstoss aufwarten und sich nach wie vor für das Leben einsetzen.
Meine Befürchtungen?
Bestimmen wir auch bald darüber wann das Leben, z.B. von einem alten Menschen, noch lebenswert ist?

Ihre Idee mit der Unfallversicherung (NBU) erklärt höchstens wie das Kind entstanden ist, nämlich ungewollt.
Auch diese Konsequenzen sollen selber getragen werden.

an Cestan Gülizar
Genau, Frau Gülizar. Gerade weil wir nicht mehr im Mittelalter leben, aufgeklärt sind, Verhütungsmittel kennen, geben uns ein paar Jahrhunderte Fortschritt niemals das Recht über das Leben von Menschen zu entscheiden.

Oder sprechen sie als Frau vom Selbstbestimmungsrecht der Frau welches Frau sich erkämpft hat?

Franziska Remund 19. Februar 2010 Verstoss melden
Und meine Befürchtung: Was wenn nur noch die Reichen sich Freiheit leisten können?

Wie bereits erwähnt gibt es keine Verhütungsmethode die 100%igen Schutz garantiert. Warum dann also die Leute so behandeln als ob es immer ihre eigene Schuld ist?

Ja, weil wir nicht mehr im Mittelalter leben stellen wir in Frage, ob die Doktrin vom "Leben als das einzig Wahre" zu hinterfragen oder zumindest einzugestehen, dass wir nicht wissen, was uns nach dem Tod erwartet. Ich finde wenn man sich schon nicht sicher sein kann, dann sollte man wenigstens anderen Menschen das Recht auf ihre Freiheit lassen.
Mé La - Piraten 1. März 2010 Verstoss melden
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Die obligatorische Krankenversicherung soll Menschenleben retten und bei der Heilung helfen, aber sicher nicht mithelfen Leben zu vernichten. Wer für sich die Möglichkeit einer Abtreibung in Betracht zieht, könnte eine freiwillige Zusatzversicherung abschliessen. Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht vermehrt zur Eigenverantwortung zurückkommen, werden unsere Sozialsysteme in Zukunft nicht mehr Finanzierbar. Die Grundversicherung sollte nur die grundlegendsten, medizinischen Aufgaben übernehmen müssen.
Ein Grundsatz von mir: „Der Staat kann nicht für alle Begehrlichkeiten aufkommen“.
1 Kommentar
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Menschenleben retten, heilen... Ja dafür sollen die Krankenkassen da sein, da gebe ich Ihnen Recht.

Gleichzeitig sollen Frauen denen es finanziell schlecht geht auf Kosten der Gesundheit anderer dazu gezwungen werden Kinder zu bekommen? Was ist denn mit der Seelischen Gesundheit dieser Mütter und deren Kinder, die dann auf der Strecke bleiben, damit genug Geld im Topf für Künstliche Befruchtungen bzw deren Entbindungen da ist?

Wie bereits erwähnt werden Zusatzversicherungen von den Krankenkassen nur an Leute vergeben, die diese garantiert nicht in Anspruch nehmen, da dies der einzige Verkaufssektor der Krankenkassen ist, bei dem sie Profite einholen können. Frauen würden diese Zusatzversicherung also kategorisch nicht erhalten.

Eigenverantwortung über den Geldsack zu manipulieren kann vielleicht funktionieren wenn es um die sonntägliche Spritztour mit dem Ferrari geht, aber wie bereits erwähnt hat eine Abtreibung wenig mit Zahnbleaching, Massagen oder einem Theaterbesuch zu tun. Denken Sie dass eine Frau gerne abtreibt? Lenkende Finanzierung in Fällen einzusetzen, bei denen Freiwilligkeit bereits ausgeschlossen werden kann weil man von einer UNgewollten Schwangerschaft spricht ist allerdings reichlich ziellos...

Einerseits sagen Sie, unser Sozialsystem muss auch in Zukunft finanzierbar sein, gleichzeitig setzen Sie sich dafür ein dass weiterhin das "teure Kinderbekommen" gefördert wird. Meiner Ansicht nach widersprüchlich.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
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9 Kommentare
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Okay, dann sind für Sie über 72% der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die 2002 über die Fristenregelung abgestimmt haben, Mörder?
Alan David Sangines - SP 12. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Berger, wie wäre es, wenn Sie es mit Argumenten versuchen würden? Dann könnte man darüber diskutieren.
David H - Piraten 13. Februar 2010 Verstoss melden
Leben in einem Industrieland, aus dem Supermarkt, mit Medikamenten versorgt und denken, man sei nicht bereits ein Mörder? Finde ich sehr blauäugig.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Was tun Sie, Herr Berger, wenn Ihre Frau / Tochter brutal vergewaltigt und davon schwanger wird ? Befürworten Sie dann einen Mord ?

Das Strafgesetzbuch jedenfalls sieht es anders. Abtreibung ist nicht = Mord. Mord ist in Art. 112 geregelt und wird mit langer Gefängnisstrafe bestraft, Schwangerschaftsabbruch hingegen gemäss Art 119 straflos.
Anne-Marie Rey 1. März 2010 Verstoss melden
Herr Berger, Abtreibung, auf Wunsch der schwangeren Frau, ist bis zur zwölften Schwangerschaftswoche in der Schweiz gemäss StGB Art. 119 Abs. 2 kein Mord. Und auch länger, sofern der schwangeren Frau "die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abgewendet werden kann" gem. StGB Art. 119 Abs. 1 - hier jedoch nach ärztlichem Urteil.
http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a119.html

Im Jahr 2008 gab es in der Schweiz circa 11'000 Schwangerschaftsabbrüche.
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/14/02/03/key/03.html
Sind die Frauen für Sie nun alles Mörderinnen, oder die Ärzte oder gar beide?
Seb B - Piraten 2. März 2010 Verstoss melden
Na, damit sind wir Männer ja fein raus, nicht?

Die Frauen sind die Mörder: Wir wollen bloss unseren Spass haben.

NaJa... *kopfschüttel*
Rolf Tschan - GLP 2. März 2010 Verstoss melden
Zu Herrn Bergers Votum passt diese Meldung aus den USA:

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Fehlgeburt-soll-in-Utah-zur-Straftat-werden/story/31644751

Für mich zeigt das exemplarisch, in welche Richtung man sich mit der Initiative "Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache" bewegen würde. Ob eine Abtreibung gänzlich verboten oder wegen finanziellen Nöten nicht vorgenommen werden kann, kommt letztlich auf dasselbe raus.
Oliver aus Zürich - jf 3. März 2010 Verstoss melden
Wenn Abtreibung für Sie Mord ist, gehören Sie nicht in eine Schulkommission.
Michael Suter - FDP. Die Liberalen 11. Juni 2010 Verstoss melden
Wenigstens kann ich aus der wenigen Information, die sie liefern lesen, dass Abtreibung "für sie" Mord ist. Ich hoffe sie haben demfall auch keinerlei Ambitionen Ihre Ansicht auf Andere auszudehnen. Sie werden ja zum Glück nie abtreiben müssen.
Gabriel Hase 11. Juni 2010 Verstoss melden
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Es ist kurzsichtig, mit der Grundversicherung die Abtreibung nicht mehr bezahlen zu wollen. Das Argument der Gegner, es sei ja keine Krankheit müsste ja dann auch bei der Geburt gesagt werden, die ja zudem noch einiges mehr kostet als die Abtreibung! Kurzum, diese unsägliche Diskussion ist unnötig lanciert worden. Es geht ja im Gunde um ein Störmanöver der Abtreibungsgegner.
17 Kommentare
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Dieser Vergleich ist an den Haaren herbei gezogen. Eine Geburt braucht medizinische Hilfe und gehört in eine Grundversicherung. Ein ungeborenes Leben zu beenden ist keine Krankheit und sollte nicht von allen Zahlenden übernommen werden müssen. In diesem Störmanöver wie sie es nennen, die Geburt sei ja eh teurer, geht es meiner Meinung nach nicht um finanzielle Aspekte sondern schlichtweg um das Leben.
Franziska Remund 10. Februar 2010 Verstoss melden
Frau Remund: Dieser Vergleich ist alles andere als absurd, die Abtreibungsgegner haben das Kostenargument ja selber zum Thema gemacht. Da ist der Hinweis auf die massiv grösseren Kostenfolgen einer Geburt nichts als angemessen. Wieso soll ich mit meinen Prämien eine wesentlich teuerere Geburt mitfinanzieren, wenn ich die billigere Abtreibung finanzieren könnte? Sie bringen es letztlich aber selber auf den Punkt: Den Initianten geht es gar nicht um die finanziellen Aspekte, sondern "schlichtweg um das Leben". Einmal mehr eine ideologisch motivierte Scheindebatte, die den Bürger (der das wahre Anliegen der Initianten 2002 bereits deutlich bachab geschickt hat) für dumm verkaufen will.
Oliver aus Zürich - jf 11. Februar 2010 Verstoss melden
Super Argument, die Gegnerargumente sind so absurd, das sie sich bestens eignen damit auf sie selbst zu schiessen. Aber diese Fanatiker werden auch ein weiteres Nein nicht akzeptieren. Ich befürchte solche Fanatiker wird es immer geben.
Thomas Bruderer - Piraten 12. Februar 2010 Verstoss melden
Abtreibungen und Geburten miteinander zu vergleichen ist absurd und nicht nachvollziehbar. Bei der Geburt geht es um Leben zu erhalten und mit Abtreibungen ist eine Vernichtung von Leben angesagt. Moralisch und Ethisch zwei verschiedene Schuhe.
Adolf Seematter - Mitglied Grosser Gemeinderat Worb, EDU 13. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Seematter, zum Glück geht es ja bei dieser Debatte nicht um das Ethische oder Moralische, da dies ja bereits 2002 abgehakt wurde. Jetzt geht es eigentlich nur darum, was günstiger ist. Und da Geburt und Abtreibung im Grunde genommen zwei Ausgänge des selben Falles sind (aus finanzieller Sicht), darf dies auch ruhig miteinander verglichen werden.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Es geht hier trotzdem um Menschenleben, denn Abtreibungen sind immer ein Eingriff in bestehendes Leben und sollte verhindert werden.
Adolf Seematter - Mitglied Grosser Gemeinderat Worb, EDU 15. Februar 2010 Verstoss melden
Auf http://abtreibungsfinanzierung.politnetz.ch/ geht es tatsächlich nicht um Menschenleben, sondern um die Behauptung, dass es unserem Sozialsystem zu gute kommt, wenn Abtreibungen nicht bezahlt würden von der Grundversicherung, was schlicht falsch ist.
Klar können Sie die Moralische Debatte eröffnen, aber sie kommen dafür satte 8 Jahre zu spät.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
An Mé La
sie schreiben: Gleichzeitig sollen Frauen denen es finanziell schlecht geht auf Kosten der Gesundheit anderer dazu gezwungen werden Kinder zu bekommen?

Es wird niemand gezwungen Kinder zu bekommen auf Kosten der Gesundheit anderer. Diese Aussage verstehe ich nicht.
Meinen sie etwa die Geburt?
Meinen sie die Folgekosten?

sie schreiben: Was ist denn mit der Seelischen Gesundheit dieser Mütter und deren Kinder, die dann auf der Strecke bleiben.....
Erwünschte oder unerwünschte Kinder:
Probleme und auch Krankheiten wird es immer geben, oder wissen sie was ihnen die Zukunft bringt?
Wissen sie ob eine Frau nach der Entscheidung Abzutreiben seelisch gesunder ist als eine Frau die mit einem Kind die Schwierigkeiten des Lebens meistert?

Was bedeutet finanziell schlecht?
- Die Ausbildung noch nicht beendet?
- Noch nicht alle Träume verwirklicht?
- Bereits Kinder da und auf einmal ist noch eins unterwegs?
- in keiner verbindlichen Beziehung und auf sich allein gestellt?

In der Schweiz ist das Gott sei Dank nicht wirklich ein Problem!

Eine Familie zu gründen kann finanzielle Schwieigkeiten bringen. Vielleicht auch einfach eine andere ‚Investition‘ des Geldes? Der Zeit und der Ressourcen?
Für mich ein Grund mehr die Familieninitiative zu unterstützen.
Familie ist Privatsache (wie bei Ihnen eine Abtreibung, s.u.)
Der Staat schreibt so jedoch vor welches ‚Modell‘ er fördert.
friendly reminder: Krippenplätze zahlen Familien auch mit.
Sie schreiben: Eigenverantwortung über den Geldsack zu manipulieren kann vielleicht funktionieren... und dann kommt die Ferrarigeschichte.

Genau: Eigenverantwortung lernt man indem man sich der Konsequenzen bewusst wird und sie auch selber tragen muss.
Das hat mit Manipulation nichts zu tun!
Aber die Hilfe ist nahe...
Vielleicht klappt es mit dem Verursacherprinzip besser, das mit dem Geldbeutel und dem Ferrari.

Sie sprechen noch die Zusatzversicherung an welche Frauen kategorisch nicht bekommen würden:
Ein Beispiel: Brille oder Zahnspange? Diese Zusatzversicherung zahlt man bis das Kind eine Spange/Brille braucht. Da die Versicherung teuer ist, ist das wie ein Sparen für den Fall dass das Kind eine braucht, vielleicht mit 12 Jahren. Vielleicht braucht es früher eine, vielleicht gar nicht.
Wieso konnte ich Zusatzversicherungen abschliessen und diese auch beanspruchen?
Wenn es darum geht eine Zusatzversicherung abzuschliessen weiss man bereits ob man in der Familie Brillenträger hat, etc.

Würde man die Abtreibung als Zusatzversicherung aufnehmen weiss man bereits ob man das in Anspruch nehmen würde oder nicht.
Darum finde ich das mit der Zusatzversicherung eine annehmbare Lösung.

An Oliver aus Zürich und
Thomas Bruderer, Piraten (s.u.)
Natürlich ist meine Motivation ideologisch bestimmt, was glauben sie denn? Unterstellen sie mir nicht dass mein Standpunkt nicht stichhaltig sei aus ideologischen Gründen.
Hinter jedem Argument steht eine Ideologie.
Ihre technokratische Politik ist schlicht realitätsfremd, oder Wert - los?
Nocheinmal, es geht um Menschenleben! Dass die Mehrheit für die Fristenlösung war macht sie nicht richtig.
Sie schreiben es sei absurd, wir Abtreibungsgegner hätten das Kostenargument selber zum Thema gemacht.
Es geht ums Portemonnaie. Ich gebe mein Geld gerne für etwas dem ich zustimme. Mit meinen Prämien stimme ich aber zu. Das passt für mich nicht zusammen.
Das kann man nicht trennen, auch wenn sie gerne eine Scheindebatte hätten.
sie schreiben: Aber diese Fanatiker werden auch ein weiteres Nein nicht akzeptieren. Ich befürchte solche Fanatiker wird es immer geben.
Ich befürchte, ich bin fanatisch für das Leben! Sind sie fanatisch dagegen?
Franziska Remund 16. Februar 2010 Verstoss melden
@Franziska Remund: Sind Sie Vegetarierin? Oder sind Sie nur fanatisch für das *menschliche* Leben?

Was mich am meisten stört an den Abtreibungsgegnern, dass sie menschliches Leben von tierlichem Leben so unterscheiden, als sei das etwas komplett anderes, als sei das eine heilig und das andere minderwertig.

Manches Tier hat sicher mehr Bewusstsein, Schmerzempfinden und soziale Bindungen als ein menschlicher Fötus in den ersten Tagen. Wieso soll denn ersteres viel weniger geschützt sein als letzteres? Weil es der Papst sagt?
David H - Piraten 16. Februar 2010 Verstoss melden
Wenn jemand keine Zusatzversicherung erhält, finanziell schlecht dran ist und sich somit keine Abtreibung im Falle einer ungewollten Schwangerschaft leisten kann, dann muss diese Frau das Kind "wohl oder übel" auf die Welt bringen, und das letzten Endes nur weil ja die Entbindung bezahlt wird und die Abtreibung nicht. Das bedeutet, dass man die finanzschwachen des Rechtes berauben will, selber zu entscheiden wann und wie viele Kinder sie haben wollen, und das eben aufgrund der irrigen Idee, dass damit Kosten gespart würden. Ich hoffe meinen Gedankengang damit offen gelegt zu haben.

Natürlich kann ich nicht sagen, dass eine Abtreibung generell zu mehr seelischer Ausgeglichenheit führt als eine Entbindung, ich denke hier entscheidet es sich eben von Fall zu Fall (eine Abtreibung erfordert ja auch Selbstreflexion, die wird einem von der Grundversicherung so oder so nicht abgenommen). Sicher kann man an einer "Herausforderung" wachsen, aber möchten sie dem Kind das Risiko zumuten von seinen Eltern nicht geliebt zu werden?

Mit finanziell schlecht meine ich tatsächlich Leute ohne Schulabschluss, ohne Einkommen ausser vielleicht eine Sozialrente die vorne und hinten nicht reicht... - und auch wenn wir in der Schweiz leben; solche Leute gibt es - und es sind vor allem die Jungen Erwachsenen. Aber schön dass sie in einer dermassen heilen Welt leben und es Ihnen so gut geht, dass sie die Armut gar nicht mehr wahrnehmen und nicht erkennen, dass das Aufbauen einer Existenz für junge Menschen heute gar nicht mehr so einfach ist wie früher, wo man stempeln ging und nebenbei arbeitete, was ja damals inoffiziell als Kavaliersdelikt galt.

Die Zusatzversicherung ist und bleibt reine Profitsache der Versicherungen und alles was man in die Hände des Profits anvertraut, ist so sicher wie an der Börse. Ich will das Recht darauf selber zu entscheiden ob man ein Kind will oder nicht ganz sicher nicht dem Fanatismus des Profit in die Hände legen.
Mé La - Piraten 16. Februar 2010 Verstoss melden
Ich mag Fanatismus prinzipiell nicht. Und gerade religiös gefärbte Ideologien "glauben" (bzw. meinen zu wissen, so wie sich die meisten Gläubigen aufführen), dass Leben schaffen und so lange wie möglich aufrecht zu erhalten das einzig Richtige ist, obwohl dies im Grunde genommen nie bewiesen wurde da der Tod schlicht "empirisch unerforscht" ist. Er wird höchstens spirituell/religiös als "anderes Leben" bezeichnet wird, was die Inkompetenz der Akzeptanz des Todes deutlich macht.

Meiner Ansicht nach ist es sehr egoistisch aufgrund der persönlichen Gesinnung/Religion und der Idee, dass der Tod schlecht sei andere Menschen in ihrer Freiheit zu beschneiden, sei es in Sachen Abtreibung, Selbstmord oder Sterbehilfe.
Mé La - Piraten 16. Februar 2010 Verstoss melden
So wie Sie, Mé La der Meinung sind, dass es falsch ist, aufgrund der eigenen (religiösen und anderen?) Überzeugungen andere Menschen "ihrer Freiheit zu beschneiden", machen Sie aber mit ihren "liberalen" Aussagen das selbe!

Es geht doch bei der Achtung des Lebens nicht um eine Negierung oder ein Nicht-Akzeptieren-Können des Todes! In jeder (transzendentalen) Überzeugung spielt sowohl das Leben als auch der Tod eine entscheidende Rolle.

Es geht aber sehr wohl darum, ob sich ein Mensch das Recht heraus nehmen kann, das Leben eines anderen (wenn auch sehr jungen) Menschen zu beenden, "weil es finanziell schwierig" oder "untragbar" oder was-weiss-ich-was-wäre, dieses Leben zu erhalten!

Mit ihrer Ablehnung verlangen Sie, dass jeder und jede, der oder die eine Abtreibung aus was für Gründen auch immer ablehnt, zu derer indirekten Unterstützung gezwungen wird - Sie beschneiden uns der Freiheit, unsere Sorgen und Bedenken gegenüber der "Freiheit" zu äussern, die von anderen beansprucht wird!
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
und machen eigentlich genau das, was Sie Menschen vorwerfen zu tun...

Und wie Frau Remund treffend festgehalten hat, nur weil eine Mehrheit dafür ist, macht es die Sache dadurch weder richtig noch besser!
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
Es macht es weder richtig noch besser, aber diesen Anspruch hatte Demokratie noch nie. Ich entziehe niemandem seine Freiheit. Ich verlange von niemandem explizit, dass er eine Abtreibung bezahlt. Wir alle sind verpflichtet die Grundversicherung der Krankenkasse zu bezahlen, egal ob jetzt damit eine Abtreibung oder eine Geburt finanziert wird. Zu glauben man könne immer bestimmen ob das eigene Geld zu (subjektiv) "guten" oder (subjektiv)"schlechten" Dingen verwendet wird, halte ich für höchst utopisch.
Mé La - Piraten 5. März 2010 Verstoss melden
Noch kurz:
Zitat. Es geht doch bei der Achtung des Lebens nicht um eine Negierung oder ein Nicht-Akzeptieren-Können des Todes! In jeder (transzendentalen) Überzeugung spielt sowohl das Leben als auch der Tod eine entscheidende Rolle.

Dem stimme ich zu. Aber wer sagt mir dass es sich wirklich um ein schützenswertes Leben handelt. Ich sehe da vor meinem inneren Auge ein nicht ausdrucksfähiges Wesen mit Knopfaugen dass mehr einem Fisch als einem Mensch gleicht, und dann sehe ich daneben einen potentiellen Vater und eine potentielle Mutter; fühlende, sich ausdrückende Wesen, die bereits die Zeit hatten um sich Ziele zu setzen und Anforderungen an ihr Leben und an sich selbst zu stellen (wie das nunmal gesellschaftlich auch erwartet wird.)...
Ich habe nie behauptet die Entscheidung sei leicht, aber ich finde sie ist den Betreffenden zu überlassen. Und man überlässt sie ihnen nur, indem man sie aus dem solidarisch gefüllten Topf Grundversicherung der Krankenkassen auch etwas nehmen lässt.

Man kann doch nicht einfach willkürlich moralische Regeln aufstellen um zu entscheiden wann man zahlen will und wann nicht.
Wenn das so wäre, bliebe mir Ende Monat viel mehr Geld! Ich würde nämlich Geburten nicht bezahlen. Warum? Weil ich für die Erhaltung des Todes bin. Das klingt für mich genau so plausibel wie die Verweigerung der Abtreibungsfinanzierung zur Erhaltung des Lebens.
Mé La - Piraten 5. März 2010 Verstoss melden
Dann empfehle ich Ihnen einen entsprechenden Vorstoss in Angriff zu nehmen... ;)

Das kann Ihnen in der Tat kein Mensch mit letzter Sicherheit sagen, aber vielleicht ihr Gewissen, Ihr moralisches oder ethisches Grundverständnis, eine höhere Macht an die Sie vielleicht glauben oder auch nicht glauben... Nicht zu wissen, was nach dem Tod kommt, kann sehr schwer auf einem Lasten. Entsprechend bin ich froh, dass ich glauben kann und darf - und entsprechend so auch Antworten und Hinweise bekomme auf Fragen wie diese und ob eine befruchtete Eizelle nun schon schützenswert ist oder eher nicht...

Es ist richtig, man kann nicht willkürlich moralische Regeln aufstellen, was finanziert werden soll oder nicht - man muss dazu mindestens einen Gesetzgebungsprozess durchlaufen oder eben eine Volksinitiative lancieren... Wie denken Sie sind unsere Gesetze entstanden? Nicht willkürlich? Nicht aufgrund einer moralischen Vorstellung, was Gesamtgesellschaftliche wohl sinnvoll sein könnte und was eher nicht?

Jeder Gesetzesvorschlag und jede Regel ist in erster Linie willkürlich. Dann wird darüber debattiert und man einigt sich dann und schliesslich hat man ein Gesetz (zugegebenermassen ein bisschen plakativ...)
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
Da ich ein ausgeglichenes Verhältnis zu Leben und Sterben (als auch meine Reaktionen darauf) werde ich den Vorstoss vorläufig auf die hohe Kante legen :)

Ja das ist wahr. Irgendwann kann es zum Gesetz werden. Aber es wird immer schwieriger ohne Fakten und gute Beweislage ein Gesetz aufzustellen, was ich generell gut finde und fördern will was das Zeug hält.

Ich habe mich eigentlich recht gut an die Ungewissheit gewöhnt. Ich werfe niemandem vor gläubig zu sein. Aber so zu tun als ob man wüsste obwohl das nicht der Fall ist, das kann ich nicht gut heissen.

Mé La - Piraten 6. März 2010 Verstoss melden
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..denn die Entscheidung, eine Abtreibung vorzunehmen, ist ohnehin schwierig genug. Finanzielle Aspekte dürfen nicht auch noch zu einer weiteren Belastung angesichts dieser schwierigen Thematik werden.

Das Volk hat der Fristenlösung zugestimmt und das muss man akzeptieren, auch wenn man aus persönlicher Überzeugung gegen Abtreibungen sein mag.

Diese Initiative ist nichts weiter, als ein ideologischer Angriff, verpackt in finanziellen Argumenten und daher klar abzulehnen.
4 Kommentare
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Dass die Fristenlösung angenommen wurde ist traurig genug. Eine Abtreibung vorzunehmen ist viel zu einfach. Finanziert mit Geldern welche Menschen mitzahlen die das ethisch nicht vertreten können. Sind Krankenkassen für das Erhalten der Gesundheit, dann sind sie für das Leben. Das Leben erhalten, nicht töten.
Franziska Remund 10. Februar 2010 Verstoss melden
Wie bereits erwähnt, ist es unnötig, die ethische Debatte noch einmal aufzurollen, ausser Sie haben ein ernsthaftes Problem mit Demokratie.
Frau Remund, erklären Sie sich denn bereit alle ungewollt geborenen Kinder bei sich aufzunehmen?
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Ob gerade die Krankenkassen für Abtreibungen aufkommen sollen, das ist eine andere Frage. Obs hierzu nicht eine eigene Versicherung bräuchte? Aber sonst gehe ich mit dem OP einig.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 21. Februar 2010 Verstoss melden
Die Grundversicherung baut auf Solidarität. Kinderlose zahlen für die Geburten von Kinderreichen mit, Schlanke für Dicke, Junge für Alte. UNGEWOLLTE Schwangerschaft ist ein krank machender Zustand. Klar gehört die Bezahlung eines Schwangerschaftsabbruchs zur Grundversicherung.
Anne-Marie Rey 1. März 2010 Verstoss melden
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Ich unterstütze die Volksinitiative weil schwanger sein schlicht keine Krankheit ist und darum selbst bezahlt werden sollte. Allein der Umstand, dass eine Abtreibung selbst finanziert werden muss dürfte einige davon abhalten abzutreiben. Mit dieser Initiative würden also nicht nur Kosten gespahrt sondern auch Menschenleben gerettet werden.
11 Kommentare
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Schwanger sein ist keine Krankheit. Aber ein ungewolltes Kind kann krank machen und krank werden.
Ich denke nicht dass Frauen dadurch weniger abtreiben. Entweder man will ein Kind oder man will es nicht. Wer diese Frage von den finanziellen Mitteln abhängig macht hat wirklich keine Achtung vor dem Leben.
Dass Abtreibung eine Tötung ist, ist bis heute nicht erwiesen zumal der Beginn des Lebens bis heute nicht klar umrissen werden kann.
Mé La - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Ob man(n) ein Kind will oder nicht sollte man sich VORHER überlegen. Wenn frau jedoch schwanger ist - sei es gewollt oder nicht - gibt es einfach keine Wahl mehr. Aber wir befürworter der Initiative sollten nicht mehr in die Initiative hineinlegen als nötig: Abtreibung ist keine Krankheit und sollte darum selber bezahlt werden. Punkt
Pia Colombo 4. Februar 2010 Verstoss melden
Also ich bin empört! Ich finde wir frauen sind schon genug gestraft. Wir haben mehr Abzüge beim Lohn, haben was die hygieneartikel angeht die grösseren Kosten zu tragen und jetzt sollen wir auch noch für die Abtreibungskosten aufkommen!?
Herr Steingruber, stellen Sie sich vor, Sie haben eine Tocher die um die 22 Jahre alt ist. Sie geht aus und auf dem Nachhauseweg wird sie überfallen und und Missbraucht. Sie wird ungewollt schwanger. Soll Sie dann für die Kosten aufkommen!?
Das verstehe ich nicht. Dazu braucht es zum Schwanger werden immer 2 Parteien!? Wieso die Kosten nicht teilen!?
Tamara Santucci 4. Februar 2010 Verstoss melden
an Pia Colombo:
Sicher überlegt man es sich in der Regel vorher, ob man schwanger werden will oder nicht. Ich verstehe nicht ganz, was sie damit meinen wenn sie sagen, dass eine schwangere Frau keine Wahl mehr hat. Genau die hat sie seit 2002 in der Schweiz dank der Fristenlösung eben...
Ok, wenn wir jetzt alles, was keine Krankheit ist aus der Grundversicherung streichen, dann müsste die Entbindung gemäss Ihrer Sicht auch selber finanziert werden, ist schliesslich auch keine Krankheit...
Mé La - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Bei einer Geburt geht es um medizinische Versorgung und, bitte Fragen sie jeden Arzt, um den Erhalt des Lebens. Klar gehört das in eine Grundversicherung. Kosten teilen? Ja, wenn es um das Leben geht bezahle ich mit meinen Prämien gerne. Abtreibungen möchte ich mit meinen Prämien nicht finanzieren. An T.S.: wenn das jemandem zustösst glauben sie nicht er bekommt Hilfe? Und glauben sie nicht die Seele kann auch krank werden? Oder ist das mit dem Decken der Kosten für eine Abtreibung schon getan?


Franziska Remund 10. Februar 2010 Verstoss melden
ich denke in dieser Initiative geht es nicht darum, ob man Abtreibung als ethisch korrekt empfindet. Dies wurde vom Schweizer Volk 2002 bereits durch die Fristenlösung definiert und die Minderheit hat sich der Mehrheit gemäss demokratischen Richtlinien zu beugen, auch wenn das heisst dass man Financier einer Abtreibung wird. Tut mir leid wenn Sie das stört, ich für meinen Teil habe damit keine Probleme.
Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
Mé La: Da bin ich anderer Meinung. Diese Initiative sehr wohl ideologisch motiviert.

Auf die Kostenfrage reduziert ist eine Abtreibung für die Krankenkasse um einiges billiger als eine Geburt. Die Selbstfinanzierung der Abtreibung würde für die Betroffenen dabei gewissermassen die Funktion einer "Lenkungsabgabe" haben: Aus rein finanziellen Gründen müsste eine finanzschwache Betroffene die - für die Krankenkasse aber teurere - Geburt wählen.

Die Frage, ob aus ethischen Gründen abgetrieben werden darf oder nicht unterscheidet sich meiner Meinung nach deshalb nicht wirklich von der Frage, ob aus ethischen Gründen die Krankenkasse dafür zahlen soll oder nicht.
Oliver aus Zürich - jf 11. Februar 2010 Verstoss melden
Ich gebe dir Recht Oliver, die Debatte ist stark ideologisch motiviert, aber es wird vorangestellt, es gehe um Geld (obwohl das an den Haaren herbeigezogen ist).
Auch der letztlich angefügte Punkt, dass es letzten Endes auch auf dasselbe hinausläuft (also wer gegen Abtreibung ist ist natürlich auch gegen deren Finanzierung, leuchtet ein), will ich gar nicht anfechten.
Aber: politisch gesehen wurde die ideologische Debatte bereits geführt und von den Abtreibungsgegnern verloren. Wie bereits andernorts hier vermerkt, versucht man jetzt als Scheinargument das Geld ins Spiel zu bringen um die Thematik noch einmal zur Sprache zu bringen. Somit zeichnen sich die Abtreibungsgegner als schlechte Verlierer aus.
Darum habe ich auch gar keine Lust, Abtreibung als solches moralisch verteidigen zu müssen, denn das habe ich 2002 bereits oft genug getan, wenn auch nicht auf einer Plattform wie dieser hier.
Deshalb versuche ich, diese Diskussion eigentlich auf den "Kern der Initiative" zu reduzieren, also auf nicht existierende "Sparpotential" aufmerksam zu machen, welches angepriesen wird. Es gibt hier sehr viele, die die moralische Debatte über Abtreibung noch einmal aufrollen wollen, aber ich denke dass dies so nicht zur Debatte stehen soll, sondern eben die Behauptung, dass diese "Lenkungsabgabe" unser Gesundheitssystem retten könnte, wovon ich nicht überzeugt bin.
Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
Abtreibung ist eine Lifestyle-Behandlung und gehört eigenfinanziert. Es ist weit verbreiteter Unfug, jedesmal beim Thema Abtreibung die Schwangerschaft im Vergewaltigungsfall - die so gut wie nie vorkommt - herbeizuziehen. Lässt man diesen Extremfall aussen vor, bleibt der Entscheid basierend auf simplen egoistischen Argumenten: will ich zu diesem Zeitpunkt ein Kind oder will ich nicht.

Wohlverstanden: ich werte nicht moralisch über diese Entscheidung und bin auch kein Abtreibungsgegner. Aber wollen wir bitteschön daraus nicht eine Staatsaffäre machen. Abtreiben MUSS in diesem Land statistisch schlicht niemand. Und wer den leichten Ausweg wählt soll gefälligst selber dafür bezahlen.
Reto aus Biel 15. Februar 2010 Verstoss melden
Abtreibung als Lifestyle-Behandlung zu bezeichnen (also ähnlich wie Botoxsprizen oder Facelifting), finde ich schon etwas weit hergeholt, zumal Abtreibung schon seit geraumer Zeit praktiziert wird und alles andere als eine Modeerscheinung ist.
Es läuft nicht nur auf die Argumente "wollen/nicht wollen", sondern auch "können/nicht können (gemessen an Reife, Finanzierbarkeit, Soziale Umstände, Gesundheitliche Beschwerden) hinaus...
Ich finde du wertest schon moralisch wenn du nicht findest, dass eine Abtreibung billiger ist als eine Entbindung, denn es geht ja eigentlich nur um eine Sparmassnahme und nicht darum, ob Abtreibungen etwas mit Lifestyle oder Egoismus zu tun haben.
Ist denn Abtreibung so einfach dass man es als den einfacheren Weg bezeichnen kann? Ich denke nicht dass es uns zusteht, entscheiden zu können was wirklich leichter ist, denn jedes Schicksal, jeder Mensch ist einzigartig.


Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Die Stimmbürger/innen haben 2002 nicht bloss dem straflosen Schwangerschaftsabbruch in den ersten 12 Wochen mit 72% zugestimmt, sondern auch der Bezahlung des Eingriffs durch die Krankenversicherung. Die war integrierender Bestandteil der Abstimmungsvorlage.

Die Initiative ist nichts als eine ideologische Zwängerei.
Anne-Marie Rey 21. Juli 2010 Verstoss melden
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Heute muss wird die Finanzierung einer Abtreibung (Kosten zwischen Fr. 700.- und Fr. 4'000.-, soll hier aber nicht das Hauptargument sein) zwingend über die Grundversorgung einer Krankenkasse erfolgen. Doch wogegen versichert frau sich eigentlich? Kinder bekommen ist doch keine Krankheit sondern etwas vom natürlichsten seit es den Menschen gibt!

Zudem lässt die Initiaitve genügend Spielraum für Extremsituationen wie Vergewaltigung oder Gefährdung des Lebens der Mutter.

In unserer aufgeklärten Gesellschaft sollte eigentlich jede(r) in der Lage sein, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern (natürlich ausgenommen Vergewaltigung), wer dies nicht kann/will sollte damit nicht der Allgemeinheit zur Last fallen.

Die Abtreibungsfrage war und bleibt aus ethischer Sicht sehr umstritten. Zwar haben 72% der Stimmenden 2002 die Fristen"lösung" befürwortet, wobei wohl 28% eine Abtreibung unethisch finden. Warum sollte diese Leute de facto gezwungen werden, etwas mitzufinanzieren, das komplett gegen ihre persönliche Ethik und ihre Wertvorstellungen geht?
10 Kommentare
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Ungewollte Kinder sind schlimmer als eine Krankheit: sie sind ein Fluch...

Mich erinnert diese Grundeinstellung an den Satz "Mir passiert sowas sowieso nicht" - ob man es glaubt oder nicht: Schwangerschaften passieren nicht nur weil jemand betrunken und zugedröhnt mit wildfremden Menschen schläft, sondern auch wenn die Verwendung von Verhütungsmitteln nicht geübt ist und weil kein Verhütungsmittel zu 100% sicher ist (selbst wenn man also voll der Könner ist, kann es immer noch passieren).

Wenn Sie fragen warum die Gegner der Fristenlösung das bezahlen sollen, dann frage ich warum unmündige Kinder getauft werden, oder warum ich mit meinen Steuern den teureren Biometrischen Pass bezahle, obwohl ich ethisch dagegen bin. Ich weiss darauf eine simple Antwort: Das ist die Kehrseite der Demokratie.
Mé La - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Hallo Herr Kullmann
Was ist Ethik!? Im Grunde entscheidet jeder für sich selber. Wenn wir es streng nehmen würden, dürfte ja kein Kind das aus einer Vergewaltigung entsteht abgetrieben werden, da es gegen die ethnischen Werte verstösst. Man muss einfach einsehen, dass sich die Gesellschaft verändert hat, und man nicht immer mit der Ethikfrage kommen darf. Strenggenommen dürften weder Christen, noch Moslems noch Juden vor der Ehe Sex haben. Aber jeder tuts und sagt es einfach nicht!? Und warum, genau weil man die ethnischen Grundsätze nicht verletzten möchte, jedoch zeigt die Gesellschaft ein ganz anderes Bild. Gewollt oder ungewollt. Ein Kind ist ein Kind und wenn man ungewollt Schwanger und man sich dazu bereit erklärt abzutreiben denke ich braucht es viel Überwindung. Dass es in Einzelfällen vielleicht zu mehreren Abtreibungen kommt muss akzeptiert werden. Man kann die Gesellschaft nicht "rein" machen. Das geht schon grundlegend nicht, da der Mensch durch die ganzen Umstände die er hat anderst reagiert als noch vor 20 Jahren.
Tamara Santucci 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La:
Ich verstehe, dass eine ungewolle Schwangerschaft für eine Frau eine sehr schwierige Situation ist. Allerdings finde ich die Aussage, dass ungewollte Kinder ein Fluch seien doch sehr krass, denn wer weiss, vielleicht wären diese Kinder für die Menschheit ja ein Segen? Vielleicht hätte eines der vielen abgetriebenes Kinder inzwischen ein wirksames Heilmittel gegen AIDS erforscht?

Ich fordere nicht, dass Frauen Kinder behalten müssen, wenn sie sich dadurch überfordert fühlen. Aber der Staat könnte z.B. verstärkt die Adoption fördern.

Es mag stimmen, dass mit der Verhütung mal etwas schiefgehen kann. Laut einer Umfrage auf 20min scheint das aber eher selten der Fall zu sein:
http://www.20min.ch/tooldata/survey/queryresult/query-772.html

Und dagegen könnte frau sich ja nach wie vor über eine Zusatzversicherung absichern wenn die Initiative angenommen wird.

Über den biometrischen Pass haben wir abgestimmt, über die Initiative wird wohl auch abgestimmt werden, wenn 50,1% der Bevölkerung findet, dass Abtreibungsfinanzierung wirklich Privatsache ist, dann ist das gut demokratisch geregelt. Andernfalls kann ich einen anderslautenden Entscheid auch akzeptieren.
Samuel Kullmann - Mitglied des StudentInnenrates Universität Bern, EDU 9. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Kullmann
Im Nachhinein empfand ich meine Wortwahl durchaus auch etwas zu hart, fand dann aber keine Möglichkeit, den Kommentar nochmals zu bearbeiten. Dies möchte ich voran schicken.
Auch gebe ich Ihnen recht, dass dabei durchaus "gutes Erbmaterial" vielleicht vergeudet wird, allerdings hält das die Männer auch nicht davon ab gelegentlich ein paar Potentielle Nachfahren ins Taschentuch zu "schneuzen", daher denke ich dass dieser Punkt prinzipiell vernachlässigt werden kann.
Adoption ist eine sehr komplexe Sache und mit horrenden Kosten verbunden. Es gibt bereits so viele Kinder die auf "neue Eltern" warten, ich finde nicht dass man noch mehr Waisen in die Welt setzen sollte....
Ich habe auch nicht behauptet dass Verhütungsmittel oft versagen. Es geht mir lediglich darum dass kein 100prozentiger Schutz gewährleistet wird.
Zusatzversicherungen sind Geschäftsbereiche, die dazu geschaffen wurden um den Krankenkassen eine Möglichkeit zu geben, frei zu entscheiden wen sie versichern und wen nicht, damit sie auf diese Weise ihre Geschäfte flexibel und liquide halten können. In der Regel ist es heute so, dass kranke Menschen daher prinzipiell keinen Anspruch auf eine Zusatzversicherung haben, denn ein Versicherer lehnt jeden potentiellen Kostenfall ab. D.h. für mich, dass wahrscheinlich nur Männer diese Zusatzversicherung erhalten würden, weil die Versicherer da wüssten, dass sie garantiert niemals etwas zahlen müssen. Eine Zusatzversicherung erhält man auch nur dann, wenn man sie erwiesenermassen nicht benötigt. Wenn eine Frau also schwanger ist, entfällt für sie das Anrecht darauf, eine Zusatzversicherung zu beantragen. Ob sie diese Versicherung überhaupt vor der Schwangerschaft jemals zugesprochen bekommen würde, bleibt eine andere Frage.


Mé La - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
sehr heikles Thema: Fakt ist, dass "Abtreiberinnen" die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs oft mehrmals "nutzen" oder in Anspruch nehmen. Ich denke hier müssen wir als allererstes definieren, ob wir von Kostenreduktion im Gesundheitswesen, oder von ethischen Idealen sprechen. Die typische Schweizerin und der normale Schweizer sprichen wohl aus der ersten Sicht und der Zweite überlassen wir anderen. Mich stört an der Diskussion vor allem, dass moralische Vorstellungen als "Rüebli vor dem Esel" für Sparübungen benutzt werden!
Denise Bähler - kandidiert für Stadtrat Thun, EVP 10. Februar 2010 Verstoss melden
Welche Studie beweist, dass Frauen, die einmal abtreiben immer wieder abtreiben? Ich hätte da gerne eine Quelle für diese Aussage.
In dieser Initiative geht es in erster linie um die Kostenreduktion, da die ethische Diskussion 2002 bereits verloren wurde als das Schweizer Volk die Fristenlösung angenommen hat. Dass eine Entbindung billiger sein soll als eine Abtreibung wage ich allerdings zu bezweifeln.
Den letzten Satz verstehe ich leider nicht ganz...
Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
Nein, Schwangerschaft ist keine Krankheit. Eine ungewollte Schwangerschaft kann aber mit den Folgen eines Unfalles verglichen werden. Dafür übernehmen unsere Gesundheitskassen auch die Kosten. Wir haben uns für die Fristenregelung entschieden. Es ist nur konsequent, wenn die entsprechenden Eingriffe auch von den Kassen bezahlt werden.
Michael Suter - FDP. Die Liberalen 11. Juni 2010 Verstoss melden
Eine UNGEWOLLTE Schwangerschaft ist ein krank machender Zustand.
Anne-Marie Rey 21. Juli 2010 Verstoss melden
@S. Kullmann
“Warum sollten diese Leute gezwungen werden, etwas mitzufinanzieren, das gegen ihre persönliche Ethik geht?“- Ich lehne Fresssucht und Alkoholismus ethisch ab, muss aber trotzdem Krankheitskosten, die dadurch entstehen (oder auch Unfälle von Risikosportarten) mit finanzieren. Das gehört zum Solidaritätsprinzip der Grundversicherung. Wenn das angebohrt wird, kann alles und jedes untergraben werden.

@Denise Bähler
„Fakt ist, dass "Abtreiberinnen" die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs oft mehrmals nutzen". – Das ist nicht Fakt sondern falsch. Nur sehr wenige Frauen lassen mehr als einmal in ihrem Leben eine Schwangerschaft abbrechen, und ganz selten mehr als 2mal.
Anne-Marie Rey 21. Juli 2010 Verstoss melden
@Me La
„Dass eine Entbindung billiger sein soll als eine Abtreibung wage ich allerdings zu bezweifeln.“ – Doch, das ist so, ein Abbruch kostet zwischen ca. 600 (medikamentös) und 1500, wenn’s hoch kommt 2000 Franken. Eine Geburt (auch ohne Kaiserschnitte, und die machen über 30% der Geburten aus) mehrere 1000.
Anne-Marie Rey 21. Juli 2010 Verstoss melden
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Die Krankenkassenprämien steigen unaufhörlich an, wenn Abtreibung zur Normalität gehört und ohne Begründung von der Krankenkasse übernommen werden muss.

Hier ist die Eigenverantwortung und nicht die Krankenkasse gefordert.

Viele Leute können heute schon ihre Krankenkassenprämien kaum mehr bezahlen oder sind auf Prämienverbilligungen angewiesen.

8 Kommentare
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Richtig, die Prämien steigen. Die Kosten für Benzin und Steuern auch. Ich denke nicht dass es ein sonderlich enormer Anreiz für Frauen ist, sich ungewollt schwängern zu lassen um abzutreiben weil es ja bezahlt wird. Da ist einfacher Sex doch deutlich bequemer (Zurechnungsfähigkeit vorausgesetzt).

Eigenverantwortung ist immer gefordert, aber doch auch Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Die Krankenkasse wird da gefordert wo es eben nicht vom finanziellen Status abhängig sein darf, ob eine medizinische Lösung durchgeführt wird oder nicht. Genau dafür.

Vielleicht können Sie die Krankenkassenprämien nicht bezahlen weil die Schweiz ein Wucherland in Sachen Kommunikationstechnik ist, oder weil strategische Fehlschläge durch Erhöhung der Mehrwehrtsteuer ausgeglichen werden müssen...
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La
Der Unterschied zwischen Benzinpreisen und Krankenkassenprämien liegt darin, dass nicht jeder auf Benzin angewiesen ist(Nicht jeder hat ein Auto).

Die Krankenkasse ist aber obligatorisch und jeder muss die Prämie bezahlen, ob er nun krank ist oder nicht.

Kosten gespart werden dann, wenn der Leitungskatalog schlank ist und nicht alles bezahlt wird, Dies trägt zur Eigenverantwortung bei.
Leider ist Eigenverantwortung vielmals nur über den Geldbeutel möglich.

Zugegeben, die Schweiz ist ein Wucherland für hohe Preise, was aber nicht rechtfertigt, das die Krankenkassenprämien jedes Jahr steigen müssen, weil Abtreibungen, Brustvergrösserungen usw. ohne sachliche Begründung von der Krankenkassen übernommen werden müssen.

In der obligatorischen Grundversicherung, die jeder haben muss steht, dass notwendige Eingriffe gedeckt sind - unabhängig vom finanziellen Status.

Marcel Gygax - CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
Ok, bei Benzinpreisen funktioniert das Spiel. Und wie sieht es im Vergleich zu Steuern aus?
Richtig, Sie als JCVPler müssten doch wissen, dass man nicht nur in der Stunde der Not beten sollte (ohne das jetzt in irgend einer Form beleidigend zu meinen).
Solange man versucht, die Leute über den Geldbeutel zu gängeln, kann keine Eigenverantwortung entstehen.
Ich denke dass die Krankenkassenprämien nicht nur wegen Abtreibungen und Brustvergrösserungen oder -verkleinerungen teurer werden, sondern auch wegen vergeudeter Arbeitszeit die dann investiert werden muss um jedes Mal eine Fallbewertung inklusive Einsprache etc. zu bearbeiten.

Wollen Sie mit Ihrem letzten ausdrücken dass eine Abtreibung nicht notwendig ist, wenn man ungewollt schwanger ist?
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden

Punkt 1)

Eigenverantwortung über den Geldbeutel, in vielen Bereichen volkswirtschaftlich bewiesen.

Punkt2)
Es geht darum, dass eine Schwangerschaft nicht automatisch von der Krankenkasse ohne Begründung bezahlt wird.

Punkt3)

Besuchen sie zuerst die Internetseite der Jungen CVP und finden sie heraus, dass wir uns um die Zukunft der Jungen Leute kümmern, uns für die Umwelt einsetzen und Arbeitsplätze schaffen wollen,

bevor sie einen solchen Chabis über die Junge CVP verbreiten.

Lesen sie zuerst auf:

www.jcvp.ch
www.jcvp-be.ch
www.cvp.ch


Marcel Gygax - CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
1. nicht gesellschaftlich erwiesen
2. ich höre zum ersten mal dass eine Frau sich bei der krankenkasse rechtfertigen muss weil sie schwanger ist - ausser wenn sie abtreiben will...
3. ich wollte damit eigentlich nur ausdrücken, dass diese prämien einer institutionell leicht anderen Version einer Steuer gleichkommt, die einen gesundheitlichen Standard aufrecht erhält. Gesundheit bedeutet den Menschen viel, da darf man sich nicht wundern dass industrielle Konzerne viel Geld einstreichen können... Dass die Prämien steigen ist eine logische Konsequenz von Angebot und Nachfrage. ich meinte also mit dem sprichwort, dass kontinuierliche Absicherung für Zeiten der Not als Versicherung dient. Wie auch immer. Alleine die Tatsache dass in Ihrem Parteinamen das Wort "christ" vorkommt, entspricht in jedem fall nicht meinen werten. das ist nichts Persönliches.
Falls jetzt hier aber neuerdings Parteiwerbung gemacht werden soll, möchte ich kurz noch für die www.piraten-partei.ch werben. Ahoi!
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La
Dass die Eigenverantwortung über den Geldbeutel funktioniert, kann ich an einem Beispiel erklären.

In unserem Quartier, sind nach einer Gebührenerhöhung der Parkplätze, die Verkehrszahlen zurückgegangen und die bequemen Autofahrer sind auf das Öv-Angebot umgestiegen.

Von alleine wären die Autofahrer nie auf die Idee gekommen die Umwelt zu schonen oder die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

Wieso sollte Sie also bei den Gesundheitskosten freiwillig Verantwortung übernehmen, wenn die Krankenkasse eh alles zahlt und später alle Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt werden?

Am Schluss können sich nur noch die Reichen eine Gesundheitsversorgung leisten!

Ist Ihr Ziel, die Kosten der Krankenkasse unnötig in die Höhe zu treiben und Familien und Kleinstverdiener mehr zu belasten?


Marcel Gygax - CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
Die von Ihnen beschriebene Verhaltensänderung die durch Gebührenerhöhung errreicht wurde hat aber nichts mit Eigenverantwortung zu tun, sondern damit dass es sich die Leute nicht leisten können oder abwägen wofür sie das Geld lieber ausgeben. Echte Eigenverantwortung wäre aus meiner Sicht , wenn die Leute sich ändern weil sie erkennen, dass ihre Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen und dieser Verantwortung Rechnung tragen....

Fragen Sie mich nicht warum Sie von den Prämien anderer schmarotzen wollen, aber ich garantiere Ihnen dass Frauen, die ungewollt (wie bereits betont "ungewollt") schwanger werden dies sicher nicht tun weil es ja sowieso bezahlt wird abzutreiben. Das ist kein Zahnbleaching oder eine Massage gegen verspannten Nacken.

Wenn die strukturellen Probleme unserer Wirtschaft nicht behoben werden, werden eines Tages Reiche die einzigen sein, die sich überhaupt etwas leisten können, denn darauf zielt die momentane Wirtschaft ab: die zentralisierung von Geldern auf eine gut betuchte Oberschicht die sich "Kunst" und Gold leisten, während der Rest der Welt mit den übrigen 30% wirtschaften soll....

Mein Ziel ist weder die Krankenkassenprämien in die Höhe gehen zu lassen noch die Kleinstverdiener zu belasten.
Fragen Sie sich auch welche Personen am schlimmsten davon betroffen sein werden wenn man sich eine Abtreibung nicht leisten können wird? Eben: die Kleinstverdiener und nicht zuletzt die Kinder, die niemand haben wollte...
Das hat mit "unnötigen" Prämienerhöhungen rein gar nichts zu tun. "Unnötige" Prämienerhöhungen gibt es für mich dann wenn ein Jahr lang von der WHO eine etwas schlimmere Grippe als das neue AIDS verkauft wird und der Staat wie ein gerupftes Huhn Medikamente von geldgeilen Konzernen einkauft um diese letzten Endes zu verscherbeln. Ich bin überzeugt dass solche strategischen Fehler - die längst überfällige Prozessanalyse des gesamten Gesundheitssystem hängt ja sowieso - weit mehr dazu beitragen als ein paar Abtreibungen. Abgesehen davon haben Sie noch nicht das Gegenteil meiner These bewiesen, dass das Ganze sowieso nicht Billiger wird für die Kassen, da die Fallbewertung und die Einsprachen auch Gelder verschlingen wird. Nicht zuletzt wird es häufiger Komplikationen geben, es besteht die Gefahr dass es "Schwarz-Abtreibungen" geben wird, wer weiss ob nicht plötzlich erstaunlich viele Männer der Vergewaltigung bezichtigt werden, nur damit bezahlt wird...

Mé La - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Hier auf Eigenverantwortung zu plädieren, beruht auf einem Denkfehler. Wer sich zu einer Abtreibung entschliesst, trifft eine ungleich schwerere Wahl als zwischen Parkplatz und ÖV. Man kann die beiden Dinge überhaupt nicht miteinander vergleichen. Aber das liegt auch auf der Hand...
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 21. Februar 2010 Verstoss melden
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Ja, auch ich dachte bei den vielen vielen Krankenkassenprämien die ich bisher im Laufe meines Lebens bezahlt habe an die unzähligen Kinder die so achtlos und grundlos mit meinem Geld ermordet wurden! Ich kann vor lauter schlechtem Gewissen kaum noch schlafen! Ich habe sogar schon versucht, keine Krankenkassenprämien zu bezahlen, aber das ging dann auch nicht…

Also mal vorneweg: ich denke nicht dass damit die horrenden Kosten unseres Gesundheitssystem wieder ins Gleichgewicht gebracht werden mit dieser Initiative – es handelt sich hier um ein gesamtwirtschaftliches Problem, welches seinen Anfang und Ende beim Geld hat, sicher nicht bei ungewollt schwangeren Frauen. Ich denke auch nicht dass es dadurch zu weniger ungewollten Schwangerschaften kommen wird. Noch weniger kann ich mir vorstellen, dass ein ungewolltes Kind welches aus finanziellen Gründen nicht abgetrieben werden konnte die Gesellschaft weniger kosten wird als eine Abtreibung – wenn ich das mal so lapidar sagen darf.

Ausserdem möchte ich anmerken, dass Zusatzversicherungen von den Krankenkassen nur noch an keimfreie, sportliche Nichtraucher mit Normal-BMI vergeben werden. D.h. dass Frauen, die an einem Gebrechen leiden (welches durchaus nicht selbstverschuldet sein muss) kein Anrecht auf eine solche Versicherung hätten. Das heisst für mich, dass Frauen, die bereits gesundheitliche Probleme haben, nicht einmal mehr sicher sein können, ob sie ihr nächstes Kind mangels Geld “austragen müssen”.

Allem voran denke ich, dass Verhütung auf allen Ebenen zu fördern ist. Scheiss auf Ficken für die AHV, der Mensch hat erwiesenermassen einen Sexualtrieb, jedoch keinen spezifischen Fortpflanzungstrieb! Dieser wird aufgrund eines Systems, welches die Fehler seines Vorgängers nur institutionalisiert hat, aufgezwungen. Ich rechne sowieso nicht damit, eine AHV-Rente zu bekommen. Wie auch? Die Alten Leute werden ja wohl nicht weniger wenn der medizinische Fortschritt und der Umgang damit auf dem selben Kurs bleibt wie bisher.

Wenn es nach mir ginge würden Verhütungsmittel wie Bonbons ins Volk geworfen. Diese Initiative bringt erneut Einschränkungen für die Bürger(innen), sorgt für unglückliche Familien, finanziellen Stress und somit eine höhere Belastung des Sozialstaats, ausserdem ist es wirtschaftlich betrachtet eine Scheinlösung und trägt nichts zum Allgemeinwohl bei.

Ich sag’s frei heraus: ich bin froh dass meine Krankenkassenprämien vielleicht auch deiner Tochter zu einem Leben verholfen haben, dass nicht mit 17 Jahren aufgrund eines Fehlers (denn bekanntlich machen wir alle Fehler) plötzlich vorbei war. Ich sehe schon die ersten Sozialhilfekinderkrippen, wo sich junge Mütter treffen: “Na, hattest wohl auch nicht genug Kohle um den Goof abzutreiben?”-”Nach was sieht’s denn aus!”.

Oder noch besser: Junge verzweifelte Frauen die Apotheken überfallen weil sie sich nicht trauen bei Mami und Papi um Geld zu bitten für einen Schwangerschaftsabbruch. Wenn ich an die vielen Jungen Mädchen denke die sich nicht mal trauen bei den Eltern nach der Pille zu fragen, will ich nicht wissen wie das dann abgeht wenn erst die Abtreibungen bei den Eltern erbettelt werden müssen!

Ich schliesse somit nicht aus dass der gute alte Wermutstropfen wieder ein Revival feiern wird ;) ,

Ich finde es ist kein Zufall dass dieser politische Furz auf dem hohen Rosse der Volksinitiative daherkommt. hat ja schliesslich schon beim Minarettverbot ganz gut geklappt um doch noch eine menschenrechtswidrige Motion “legally correct” – bzw. auf dem Rücken der Schafe – ins Trockene zu bringen…

Ich meine: im Grund genommen kann man als Frau nie genau wissen, was man für Schäden von der Geburt davonträgt. Mögliche Hormonellen Störungen, Dammrisse, Infektionen von Kaiserschnittnarben, postnatale Depression etc können ja durchaus als gesundheitliche Schäden betrachtet werden und sind bei keiner Schwangerschaft vollständig auszuschliessen….

Ich denke sowieso dass die einzelne Fallbewertung durch die Krankenkassen ob nun eine Abtreibung durch die Grundversicherung finanziert wird oder nicht das Gesundheitssystem sowieso mehr Geld kostet als Einsparungen erzielt werden. Ausserdem: wie würde die Rechtslage aussehen bei geplatzten Kondomen? Müsste man also sicherheitshalber benutzte Kondome aufbewahren um notfalls belegen zu können, dass eben dieses Kondom vielleicht porös und undicht war und somit zur ungewollten Schwangerschaft geführt hat?), oder muss man die Kotze von einer Magendarmgrippe aufbewahren um sie nötigenfalls auf Überreste der Antibabypille zu untersuchen falls es denn zum Rechtsstreit kommt, wer nun bezahlen soll und wer nicht?

Abgesehen davon stellt sich dann auch die Frage, wer die Abtreibung denn finanzieren soll, wenn es nicht von der Grundversicherung gedeckt wird, denn bisher waren ja immer zwei nötig, um ein Kind zu produzieren…. D.h. die Erzeuger müssten dann auch für die Hälfte zur Kasse gebeten werden, denn Verhütung nimmt beide in die Pflicht, und das Unterlassen oder unkorrekte Ausführen somit auch. Ich denke dass dies ebenfalls zur Finanziellen Belastung des ganzen Apparates führen wird: eine Scheinlösung.


Ja, eine Abtreibung ist etwas sehr Intimes, etwas höchst Privates.

Aber ob eine Mutter ein Kind auf die Welt bringen muss oder auf die Welt bringen will hat auch einen Einfluss auf die Gesellschaft.

Ob nun sozial oder wirtschaftlich…

und ich denke deshalb, dass die Ermöglichung dessen durch eine Finanzierung somit durchaus die Gesellschaft etwas angeht.
2 Kommentare
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Sie schreiben eine Abtreibung ist etwas Privates.
Bei einer Abtreibung sind bereits drei Personen involviert.
Die Eltern und das ungeborene Kind welches keine Stimme hat. Ein Arzt, eine Krankenschwester, eine Sekretärin, eine Hebamme....
Die Konsequenzen trägt die Frau also nicht alleine.
Jedoch weiss man, dass psychische Erkrankungen zunehmen.
Verstehen sie also, dass es Menschen gibt die nicht mitzahlen möchten aus ethischen Gründen. Es geht nicht nur über den Geldbeutel.
Franziska Remund 11. Februar 2010 Verstoss melden
Finden Sie dass Privates sich über die Anzahl der Personen definiert? Da Sex nicht alleine praktiziert wird, ist er daher nicht privat aus Ihrer Sicht?
Die Konsequenzen trägt das Paar im Idealfall, im negativsten Fall die Frau ganz alleine. Da das Ungeborene (welches auch nie aktiv die Entscheidung zu leben gefasst hat und somit auch keine Stimme in Bezug auf seine Zeugung besessen hat) bereits tot ist, bleibt ihm jegliche Konsequenz erspart (obschon wir hier natürlich eine religiöse Debatte vom Zaun reissen können, um die es hier ja eigentlich gar nicht geht).
Im Allgemeinen möchte ich überhaupt betonen, dass es in dieser Initiative gar nicht um das Infragestellen der Abtreibung geht, wie Sie es meiner Ansicht nach versuchen.
Es geht um die Behauptung, dass sich das Finanziell lohnen würde wenn Abtreibungen nicht mehr in der Grundversicherung sind. Und genau das halte ich für absolut unrealistisch.
Ich denke wenn jemand ein dermassen grosses Problem damit hat, Abtreibungen indirekt mitzufinanzieren, dann frage ich mich wie diese Person leben kann in einer Welt, in der unsere Nahrung in Entwicklungsländern hergestellt wird wo die Leute und das Land ausgenommen werden, damit wir es schön und billig haben. Auch hier läuft es darauf hinaus dass wir indirekt für den (zumindest verfrühten) Tod etlicher Menschen verantwortlich sind. Wer nicht vollkommen autark lebt, hat doch gar nicht den Anspruch, wählen zu können wen er leben lässt und wen nicht, bzw. wen er leiden lassen will und wen nicht.
Für Sie geht es vielleicht nicht nur um den Geldbeutel, in dieser Initiative wird aber behauptet, dass es nur darum geht. Wenn Sie die Debatte um die Fristenlösung noch einmal aufrollen wollen, empfehle ich die Eröffnung eines neuen Themas.

Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
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