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Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache

Darum geht die Debatte


Am 26. Januar 2010 begann die Sammelfrist für die Eidgenössische Volksinitiative ‘Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache – Entlastung der Krankenversicherung durch Streichung der Kosten des Schwangerschaftsabbruchs aus der obligatorischen Grundversicherung’.

Laut Initiative soll der Bundesverfassungsartikel 117 (Kranken- und Unfallversicherung) durch einen 3. Absatz ergänzt werden. Dieser Absatz lautet wie folgt:

3) Unter Vorbehalt von seltenen Ausnahmen seitens der Mutter sind Schwangerschaftsabbruch und Mehrlingsreduktion im Obligatorium nicht eingeschlossen.

Von welchen Ausnahmen hier die Rede ist, wird offen gelassen. In Betracht kommen Vergewaltigungsopfer bzw. Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen kein Kind bekommen sollten. Aber das ist Spekulation. Schade, dass die Initianten hier nicht Farbe bekannt haben.

Die Initiative sieht auch noch eine Übergangsbestimmung vor. Zu diesem Zweck wird der BV Artikel 197 durch Ziff. 8 ergänzt. Der Wortlaut dieser Übergangsbestimmung lautet:

8. Übergangsbestimmung zu Art. 117 Abs. 3 (Kranken- und Unfallversicherung)

Nach Ablauf einer Übergangsfrist von neun Monaten nach der Annahme durch Volk und Stände wird bis zum Inkrafttreten der geänderten Bundesgesetzgebung jede Bestimmung, welche den Schwangerschaftsabbruch oder die Mehrlingsreduktion obligatorisch versichert, durch die Regelung von Artikel 117 Absatz 3 der Bundesverfassung ersetzt.

Debatte http://abtreibungsfinanzierung.politnetz.ch
Geschrieben 2. Februar 11:39, Mé La - Piraten
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Die Initianten (aus CVP, EVP, EDU, FDP und SVP) stammen aus dem Umfeld von religiösen Abtreibungsgegnern. Das sagt schon viel über die Initiative aus. Es geht nicht um die Sache, sondern um die übliche, ketzerische, pro/contra Abtreibungsdiskussion und um reinen Polit-Populismus.

Das Argument mit den Kosten hinkt, die Gesundheitskosten können nicht wesentlich gesenkt werden. Und es ist sehr zynisch, über Geld zu sprechen, wenn es um Abtreibung geht.

Und solange nicht über andere, realistische, noch nicht genutzte Sparmöglichkeiten diskutiert und entschieden wird, ist die Initiative nur billige Stimmungsmacherei.
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Die Abtreibungsdiskussion ist sicher sehr emotional und prädisponiert, doch wieso ketzerisch? Den Initianten geht es kaum um einen populistischen Wahlkampf oder Stimmungsmacherei.

Die Frage lässt sich wohl darauf reduzieren, ob jemand der Ansicht ist, dass ein 12 Wochen alter Fötus ein menschliches Wesen ist dem die vollen Menschenwürde zukommen soll oder ob dieser Fötus (noch) kein Mensch ist.

Dies ist schlussendlich eine Frage, die kaum mit politischen Argumente diskutiert werden kann sondern weitgehend auf der Ebene der persönlichen Weltanschauung beantwortet werden muss.

Wer eine Abtreibung aus ebendiesen weltanschaulichen, ethischen Gründen verwerflich findet, hat in jedem Fall das Recht, zu verlangen, dass sie oder er eine Abtreibung nicht zwangsweise mitfinanzieren müssen.
Samuel Kullmann - kandidiert für Grossrat Bern, EDU 17. Februar 2010 Verstoss melden
"Die Frage lässt sich wohl darauf reduzieren, ob jemand der Ansicht ist, dass ein 12 Wochen alter Fötus ein menschliches Wesen ist dem die vollen Menschenwürde zukommen soll oder ob dieser Fötus (noch) kein Mensch ist."

Ergo geht es indirekt eben doch nur um die Gretchenfrage "Abtreibung JA oder NEIN" !

Es würde mich bei einer allfälligen Annahme der Initiative nicht wundern, wenn sich die Initianten dadurch in ihrem eigentlichen Bestreben nach einem Abtreibungsverbot bestärkt sehen und alsbald mit einem entsprecheden Vorstoss aufwarten würden.

Schon aus diesem Grund ist die Initiative abzulehnen. Zudem sehe ich keine nennenswerte Kostenreduktion im Gesundheitssektor. Man könnte sich sogar fragen, ob nicht durch Abtreibungen die Kosten gesenkt werden? (-> die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaftsbegleitung und Geburt etc. übersteigen die einer Abtreibung um ein Mehrfaches)

Bei einer ungewollten Schwangerschaft handelt es sich tatsächlich nicht um eine Krankheit, sondern eher, wie es im Volksmund heisst, um einen "Unfall". Evtl. sollten in Zukunft Abtreibungen über die Unfallversicherung abgerechnet werden, was z.T. sicher auch im Interesse des Arbeitgebers wäre. ( Oder über die NBU,... je nach dem wann sich der "Unfall" ereignete...)

Ischi Manuel - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 18. Februar 2010 Verstoss melden

Sie äussern hier ihre Bedenken dass die Initianten bereits mit einem Vorstoss aufwarten und sich nach wie vor für das Leben einsetzen.
Meine Befürchtungen?
Bestimmen wir auch bald darüber wann das Leben, z.B. von einem alten Menschen, noch lebenswert ist?

Ihre Idee mit der Unfallversicherung (NBU) erklärt höchstens wie das Kind entstanden ist, nämlich ungewollt.
Auch diese Konsequenzen sollen selber getragen werden.

an Cestan Gülizar
Genau, Frau Gülizar. Gerade weil wir nicht mehr im Mittelalter leben, aufgeklärt sind, Verhütungsmittel kennen, geben uns ein paar Jahrhunderte Fortschritt niemals das Recht über das Leben von Menschen zu entscheiden.

Oder sprechen sie als Frau vom Selbstbestimmungsrecht der Frau welches Frau sich erkämpft hat?

Franziska Remund 19. Februar 2010 Verstoss melden
Und meine Befürchtung: Was wenn nur noch die Reichen sich Freiheit leisten können?

Wie bereits erwähnt gibt es keine Verhütungsmethode die 100%igen Schutz garantiert. Warum dann also die Leute so behandeln als ob es immer ihre eigene Schuld ist?

Ja, weil wir nicht mehr im Mittelalter leben stellen wir in Frage, ob die Doktrin vom "Leben als das einzig Wahre" zu hinterfragen oder zumindest einzugestehen, dass wir nicht wissen, was uns nach dem Tod erwartet. Ich finde wenn man sich schon nicht sicher sein kann, dann sollte man wenigstens anderen Menschen das Recht auf ihre Freiheit lassen.
Mé La - Piraten 1. März 2010 Verstoss melden
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Die obligatorische Krankenversicherung soll Menschenleben retten und bei der Heilung helfen, aber sicher nicht mithelfen Leben zu vernichten. Wer für sich die Möglichkeit einer Abtreibung in Betracht zieht, könnte eine freiwillige Zusatzversicherung abschliessen. Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht vermehrt zur Eigenverantwortung zurückkommen, werden unsere Sozialsysteme in Zukunft nicht mehr Finanzierbar. Die Grundversicherung sollte nur die grundlegendsten, medizinischen Aufgaben übernehmen müssen.
Ein Grundsatz von mir: „Der Staat kann nicht für alle Begehrlichkeiten aufkommen“.
1 Kommentar
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Menschenleben retten, heilen... Ja dafür sollen die Krankenkassen da sein, da gebe ich Ihnen Recht.

Gleichzeitig sollen Frauen denen es finanziell schlecht geht auf Kosten der Gesundheit anderer dazu gezwungen werden Kinder zu bekommen? Was ist denn mit der Seelischen Gesundheit dieser Mütter und deren Kinder, die dann auf der Strecke bleiben, damit genug Geld im Topf für Künstliche Befruchtungen bzw deren Entbindungen da ist?

Wie bereits erwähnt werden Zusatzversicherungen von den Krankenkassen nur an Leute vergeben, die diese garantiert nicht in Anspruch nehmen, da dies der einzige Verkaufssektor der Krankenkassen ist, bei dem sie Profite einholen können. Frauen würden diese Zusatzversicherung also kategorisch nicht erhalten.

Eigenverantwortung über den Geldsack zu manipulieren kann vielleicht funktionieren wenn es um die sonntägliche Spritztour mit dem Ferrari geht, aber wie bereits erwähnt hat eine Abtreibung wenig mit Zahnbleaching, Massagen oder einem Theaterbesuch zu tun. Denken Sie dass eine Frau gerne abtreibt? Lenkende Finanzierung in Fällen einzusetzen, bei denen Freiwilligkeit bereits ausgeschlossen werden kann weil man von einer UNgewollten Schwangerschaft spricht ist allerdings reichlich ziellos...

Einerseits sagen Sie, unser Sozialsystem muss auch in Zukunft finanzierbar sein, gleichzeitig setzen Sie sich dafür ein dass weiterhin das "teure Kinderbekommen" gefördert wird. Meiner Ansicht nach widersprüchlich.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
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7 Kommentare
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Okay, dann sind für Sie über 72% der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die 2002 über die Fristenregelung abgestimmt haben, Mörder?
Alan David Sangines - SP 12. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Berger, wie wäre es, wenn Sie es mit Argumenten versuchen würden? Dann könnte man darüber diskutieren.
David H - Piraten 13. Februar 2010 Verstoss melden
Leben in einem Industrieland, aus dem Supermarkt, mit Medikamenten versorgt und denken, man sei nicht bereits ein Mörder? Finde ich sehr blauäugig.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Was tun Sie, Herr Berger, wenn Ihre Frau / Tochter brutal vergewaltigt und davon schwanger wird ? Befürworten Sie dann einen Mord ?

Das Strafgesetzbuch jedenfalls sieht es anders. Abtreibung ist nicht = Mord. Mord ist in Art. 112 geregelt und wird mit langer Gefängnisstrafe bestraft, Schwangerschaftsabbruch hingegen gemäss Art 119 straflos.
Anne-Marie Rey 1. März 2010 Verstoss melden
Herr Berger, Abtreibung, auf Wunsch der schwangeren Frau, ist bis zur zwölften Schwangerschaftswoche in der Schweiz gemäss StGB Art. 119 Abs. 2 kein Mord. Und auch länger, sofern der schwangeren Frau "die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abgewendet werden kann" gem. StGB Art. 119 Abs. 1 - hier jedoch nach ärztlichem Urteil.
http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a119.html

Im Jahr 2008 gab es in der Schweiz circa 11'000 Schwangerschaftsabbrüche.
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/14/02/03/key/03.html
Sind die Frauen für Sie nun alles Mörderinnen, oder die Ärzte oder gar beide?
Seb B - Piraten 2. März 2010 Verstoss melden
Na, damit sind wir Männer ja fein raus, nicht?

Die Frauen sind die Mörder: Wir wollen bloss unseren Spass haben.

NaJa... *kopfschüttel*
Rolf Tschan - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 2. März 2010 Verstoss melden
Zu Herrn Bergers Votum passt diese Meldung aus den USA:

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Fehlgeburt-soll-in-Utah-zur-Straftat-werden/story/31644751

Für mich zeigt das exemplarisch, in welche Richtung man sich mit der Initiative "Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache" bewegen würde. Ob eine Abtreibung gänzlich verboten oder wegen finanziellen Nöten nicht vorgenommen werden kann, kommt letztlich auf dasselbe raus.
Oliver aus Zürich - jf 3. März 2010 Verstoss melden
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Es ist kurzsichtig, mit der Grundversicherung die Abtreibung nicht mehr bezahlen zu wollen. Das Argument der Gegner, es sei ja keine Krankheit müsste ja dann auch bei der Geburt gesagt werden, die ja zudem noch einiges mehr kostet als die Abtreibung! Kurzum, diese unsägliche Diskussion ist unnötig lanciert worden. Es geht ja im Gunde um ein Störmanöver der Abtreibungsgegner.
17 Kommentare
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Dieser Vergleich ist an den Haaren herbei gezogen. Eine Geburt braucht medizinische Hilfe und gehört in eine Grundversicherung. Ein ungeborenes Leben zu beenden ist keine Krankheit und sollte nicht von allen Zahlenden übernommen werden müssen. In diesem Störmanöver wie sie es nennen, die Geburt sei ja eh teurer, geht es meiner Meinung nach nicht um finanzielle Aspekte sondern schlichtweg um das Leben.
Franziska Remund 10. Februar 2010 Verstoss melden
Frau Remund: Dieser Vergleich ist alles andere als absurd, die Abtreibungsgegner haben das Kostenargument ja selber zum Thema gemacht. Da ist der Hinweis auf die massiv grösseren Kostenfolgen einer Geburt nichts als angemessen. Wieso soll ich mit meinen Prämien eine wesentlich teuerere Geburt mitfinanzieren, wenn ich die billigere Abtreibung finanzieren könnte? Sie bringen es letztlich aber selber auf den Punkt: Den Initianten geht es gar nicht um die finanziellen Aspekte, sondern "schlichtweg um das Leben". Einmal mehr eine ideologisch motivierte Scheindebatte, die den Bürger (der das wahre Anliegen der Initianten 2002 bereits deutlich bachab geschickt hat) für dumm verkaufen will.
Oliver aus Zürich - jf 11. Februar 2010 Verstoss melden
Super Argument, die Gegnerargumente sind so absurd, das sie sich bestens eignen damit auf sie selbst zu schiessen. Aber diese Fanatiker werden auch ein weiteres Nein nicht akzeptieren. Ich befürchte solche Fanatiker wird es immer geben.
Thomas Bruderer - Piraten 12. Februar 2010 Verstoss melden
Abtreibungen und Geburten miteinander zu vergleichen ist absurd und nicht nachvollziehbar. Bei der Geburt geht es um Leben zu erhalten und mit Abtreibungen ist eine Vernichtung von Leben angesagt. Moralisch und Ethisch zwei verschiedene Schuhe.
Adolf Seematter - kandidiert für Grossrat Bern, EDU 13. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Seematter, zum Glück geht es ja bei dieser Debatte nicht um das Ethische oder Moralische, da dies ja bereits 2002 abgehakt wurde. Jetzt geht es eigentlich nur darum, was günstiger ist. Und da Geburt und Abtreibung im Grunde genommen zwei Ausgänge des selben Falles sind (aus finanzieller Sicht), darf dies auch ruhig miteinander verglichen werden.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Es geht hier trotzdem um Menschenleben, denn Abtreibungen sind immer ein Eingriff in bestehendes Leben und sollte verhindert werden.
Adolf Seematter - kandidiert für Grossrat Bern, EDU 15. Februar 2010 Verstoss melden
Auf http://abtreibungsfinanzierung.politnetz.ch/ geht es tatsächlich nicht um Menschenleben, sondern um die Behauptung, dass es unserem Sozialsystem zu gute kommt, wenn Abtreibungen nicht bezahlt würden von der Grundversicherung, was schlicht falsch ist.
Klar können Sie die Moralische Debatte eröffnen, aber sie kommen dafür satte 8 Jahre zu spät.
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
An Mé La
sie schreiben: Gleichzeitig sollen Frauen denen es finanziell schlecht geht auf Kosten der Gesundheit anderer dazu gezwungen werden Kinder zu bekommen?

Es wird niemand gezwungen Kinder zu bekommen auf Kosten der Gesundheit anderer. Diese Aussage verstehe ich nicht.
Meinen sie etwa die Geburt?
Meinen sie die Folgekosten?

sie schreiben: Was ist denn mit der Seelischen Gesundheit dieser Mütter und deren Kinder, die dann auf der Strecke bleiben.....
Erwünschte oder unerwünschte Kinder:
Probleme und auch Krankheiten wird es immer geben, oder wissen sie was ihnen die Zukunft bringt?
Wissen sie ob eine Frau nach der Entscheidung Abzutreiben seelisch gesunder ist als eine Frau die mit einem Kind die Schwierigkeiten des Lebens meistert?

Was bedeutet finanziell schlecht?
- Die Ausbildung noch nicht beendet?
- Noch nicht alle Träume verwirklicht?
- Bereits Kinder da und auf einmal ist noch eins unterwegs?
- in keiner verbindlichen Beziehung und auf sich allein gestellt?

In der Schweiz ist das Gott sei Dank nicht wirklich ein Problem!

Eine Familie zu gründen kann finanzielle Schwieigkeiten bringen. Vielleicht auch einfach eine andere ‚Investition‘ des Geldes? Der Zeit und der Ressourcen?
Für mich ein Grund mehr die Familieninitiative zu unterstützen.
Familie ist Privatsache (wie bei Ihnen eine Abtreibung, s.u.)
Der Staat schreibt so jedoch vor welches ‚Modell‘ er fördert.
friendly reminder: Krippenplätze zahlen Familien auch mit.
Sie schreiben: Eigenverantwortung über den Geldsack zu manipulieren kann vielleicht funktionieren... und dann kommt die Ferrarigeschichte.

Genau: Eigenverantwortung lernt man indem man sich der Konsequenzen bewusst wird und sie auch selber tragen muss.
Das hat mit Manipulation nichts zu tun!
Aber die Hilfe ist nahe...
Vielleicht klappt es mit dem Verursacherprinzip besser, das mit dem Geldbeutel und dem Ferrari.

Sie sprechen noch die Zusatzversicherung an welche Frauen kategorisch nicht bekommen würden:
Ein Beispiel: Brille oder Zahnspange? Diese Zusatzversicherung zahlt man bis das Kind eine Spange/Brille braucht. Da die Versicherung teuer ist, ist das wie ein Sparen für den Fall dass das Kind eine braucht, vielleicht mit 12 Jahren. Vielleicht braucht es früher eine, vielleicht gar nicht.
Wieso konnte ich Zusatzversicherungen abschliessen und diese auch beanspruchen?
Wenn es darum geht eine Zusatzversicherung abzuschliessen weiss man bereits ob man in der Familie Brillenträger hat, etc.

Würde man die Abtreibung als Zusatzversicherung aufnehmen weiss man bereits ob man das in Anspruch nehmen würde oder nicht.
Darum finde ich das mit der Zusatzversicherung eine annehmbare Lösung.

An Oliver aus Zürich und
Thomas Bruderer, Piraten (s.u.)
Natürlich ist meine Motivation ideologisch bestimmt, was glauben sie denn? Unterstellen sie mir nicht dass mein Standpunkt nicht stichhaltig sei aus ideologischen Gründen.
Hinter jedem Argument steht eine Ideologie.
Ihre technokratische Politik ist schlicht realitätsfremd, oder Wert - los?
Nocheinmal, es geht um Menschenleben! Dass die Mehrheit für die Fristenlösung war macht sie nicht richtig.
Sie schreiben es sei absurd, wir Abtreibungsgegner hätten das Kostenargument selber zum Thema gemacht.
Es geht ums Portemonnaie. Ich gebe mein Geld gerne für etwas dem ich zustimme. Mit meinen Prämien stimme ich aber zu. Das passt für mich nicht zusammen.
Das kann man nicht trennen, auch wenn sie gerne eine Scheindebatte hätten.
sie schreiben: Aber diese Fanatiker werden auch ein weiteres Nein nicht akzeptieren. Ich befürchte solche Fanatiker wird es immer geben.
Ich befürchte, ich bin fanatisch für das Leben! Sind sie fanatisch dagegen?
Franziska Remund 16. Februar 2010 Verstoss melden
@Franziska Remund: Sind Sie Vegetarierin? Oder sind Sie nur fanatisch für das *menschliche* Leben?

Was mich am meisten stört an den Abtreibungsgegnern, dass sie menschliches Leben von tierlichem Leben so unterscheiden, als sei das etwas komplett anderes, als sei das eine heilig und das andere minderwertig.

Manches Tier hat sicher mehr Bewusstsein, Schmerzempfinden und soziale Bindungen als ein menschlicher Fötus in den ersten Tagen. Wieso soll denn ersteres viel weniger geschützt sein als letzteres? Weil es der Papst sagt?
David H - Piraten 16. Februar 2010 Verstoss melden
Wenn jemand keine Zusatzversicherung erhält, finanziell schlecht dran ist und sich somit keine Abtreibung im Falle einer ungewollten Schwangerschaft leisten kann, dann muss diese Frau das Kind "wohl oder übel" auf die Welt bringen, und das letzten Endes nur weil ja die Entbindung bezahlt wird und die Abtreibung nicht. Das bedeutet, dass man die finanzschwachen des Rechtes berauben will, selber zu entscheiden wann und wie viele Kinder sie haben wollen, und das eben aufgrund der irrigen Idee, dass damit Kosten gespart würden. Ich hoffe meinen Gedankengang damit offen gelegt zu haben.

Natürlich kann ich nicht sagen, dass eine Abtreibung generell zu mehr seelischer Ausgeglichenheit führt als eine Entbindung, ich denke hier entscheidet es sich eben von Fall zu Fall (eine Abtreibung erfordert ja auch Selbstreflexion, die wird einem von der Grundversicherung so oder so nicht abgenommen). Sicher kann man an einer "Herausforderung" wachsen, aber möchten sie dem Kind das Risiko zumuten von seinen Eltern nicht geliebt zu werden?

Mit finanziell schlecht meine ich tatsächlich Leute ohne Schulabschluss, ohne Einkommen ausser vielleicht eine Sozialrente die vorne und hinten nicht reicht... - und auch wenn wir in der Schweiz leben; solche Leute gibt es - und es sind vor allem die Jungen Erwachsenen. Aber schön dass sie in einer dermassen heilen Welt leben und es Ihnen so gut geht, dass sie die Armut gar nicht mehr wahrnehmen und nicht erkennen, dass das Aufbauen einer Existenz für junge Menschen heute gar nicht mehr so einfach ist wie früher, wo man stempeln ging und nebenbei arbeitete, was ja damals inoffiziell als Kavaliersdelikt galt.

Die Zusatzversicherung ist und bleibt reine Profitsache der Versicherungen und alles was man in die Hände des Profits anvertraut, ist so sicher wie an der Börse. Ich will das Recht darauf selber zu entscheiden ob man ein Kind will oder nicht ganz sicher nicht dem Fanatismus des Profit in die Hände legen.
Mé La - Piraten 16. Februar 2010 Verstoss melden
Ich mag Fanatismus prinzipiell nicht. Und gerade religiös gefärbte Ideologien "glauben" (bzw. meinen zu wissen, so wie sich die meisten Gläubigen aufführen), dass Leben schaffen und so lange wie möglich aufrecht zu erhalten das einzig Richtige ist, obwohl dies im Grunde genommen nie bewiesen wurde da der Tod schlicht "empirisch unerforscht" ist. Er wird höchstens spirituell/religiös als "anderes Leben" bezeichnet wird, was die Inkompetenz der Akzeptanz des Todes deutlich macht.

Meiner Ansicht nach ist es sehr egoistisch aufgrund der persönlichen Gesinnung/Religion und der Idee, dass der Tod schlecht sei andere Menschen in ihrer Freiheit zu beschneiden, sei es in Sachen Abtreibung, Selbstmord oder Sterbehilfe.
Mé La - Piraten 16. Februar 2010 Verstoss melden
So wie Sie, Mé La der Meinung sind, dass es falsch ist, aufgrund der eigenen (religiösen und anderen?) Überzeugungen andere Menschen "ihrer Freiheit zu beschneiden", machen Sie aber mit ihren "liberalen" Aussagen das selbe!

Es geht doch bei der Achtung des Lebens nicht um eine Negierung oder ein Nicht-Akzeptieren-Können des Todes! In jeder (transzendentalen) Überzeugung spielt sowohl das Leben als auch der Tod eine entscheidende Rolle.

Es geht aber sehr wohl darum, ob sich ein Mensch das Recht heraus nehmen kann, das Leben eines anderen (wenn auch sehr jungen) Menschen zu beenden, "weil es finanziell schwierig" oder "untragbar" oder was-weiss-ich-was-wäre, dieses Leben zu erhalten!

Mit ihrer Ablehnung verlangen Sie, dass jeder und jede, der oder die eine Abtreibung aus was für Gründen auch immer ablehnt, zu derer indirekten Unterstützung gezwungen wird - Sie beschneiden uns der Freiheit, unsere Sorgen und Bedenken gegenüber der "Freiheit" zu äussern, die von anderen beansprucht wird!
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
und machen eigentlich genau das, was Sie Menschen vorwerfen zu tun...

Und wie Frau Remund treffend festgehalten hat, nur weil eine Mehrheit dafür ist, macht es die Sache dadurch weder richtig noch besser!
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
Es macht es weder richtig noch besser, aber diesen Anspruch hatte Demokratie noch nie. Ich entziehe niemandem seine Freiheit. Ich verlange von niemandem explizit, dass er eine Abtreibung bezahlt. Wir alle sind verpflichtet die Grundversicherung der Krankenkasse zu bezahlen, egal ob jetzt damit eine Abtreibung oder eine Geburt finanziert wird. Zu glauben man könne immer bestimmen ob das eigene Geld zu (subjektiv) "guten" oder (subjektiv)"schlechten" Dingen verwendet wird, halte ich für höchst utopisch.
Mé La - Piraten 5. März 2010 Verstoss melden
Noch kurz:
Zitat. Es geht doch bei der Achtung des Lebens nicht um eine Negierung oder ein Nicht-Akzeptieren-Können des Todes! In jeder (transzendentalen) Überzeugung spielt sowohl das Leben als auch der Tod eine entscheidende Rolle.

Dem stimme ich zu. Aber wer sagt mir dass es sich wirklich um ein schützenswertes Leben handelt. Ich sehe da vor meinem inneren Auge ein nicht ausdrucksfähiges Wesen mit Knopfaugen dass mehr einem Fisch als einem Mensch gleicht, und dann sehe ich daneben einen potentiellen Vater und eine potentielle Mutter; fühlende, sich ausdrückende Wesen, die bereits die Zeit hatten um sich Ziele zu setzen und Anforderungen an ihr Leben und an sich selbst zu stellen (wie das nunmal gesellschaftlich auch erwartet wird.)...
Ich habe nie behauptet die Entscheidung sei leicht, aber ich finde sie ist den Betreffenden zu überlassen. Und man überlässt sie ihnen nur, indem man sie aus dem solidarisch gefüllten Topf Grundversicherung der Krankenkassen auch etwas nehmen lässt.

Man kann doch nicht einfach willkürlich moralische Regeln aufstellen um zu entscheiden wann man zahlen will und wann nicht.
Wenn das so wäre, bliebe mir Ende Monat viel mehr Geld! Ich würde nämlich Geburten nicht bezahlen. Warum? Weil ich für die Erhaltung des Todes bin. Das klingt für mich genau so plausibel wie die Verweigerung der Abtreibungsfinanzierung zur Erhaltung des Lebens.
Mé La - Piraten 5. März 2010 Verstoss melden
Dann empfehle ich Ihnen einen entsprechenden Vorstoss in Angriff zu nehmen... ;)

Das kann Ihnen in der Tat kein Mensch mit letzter Sicherheit sagen, aber vielleicht ihr Gewissen, Ihr moralisches oder ethisches Grundverständnis, eine höhere Macht an die Sie vielleicht glauben oder auch nicht glauben... Nicht zu wissen, was nach dem Tod kommt, kann sehr schwer auf einem Lasten. Entsprechend bin ich froh, dass ich glauben kann und darf - und entsprechend so auch Antworten und Hinweise bekomme auf Fragen wie diese und ob eine befruchtete Eizelle nun schon schützenswert ist oder eher nicht...

Es ist richtig, man kann nicht willkürlich moralische Regeln aufstellen, was finanziert werden soll oder nicht - man muss dazu mindestens einen Gesetzgebungsprozess durchlaufen oder eben eine Volksinitiative lancieren... Wie denken Sie sind unsere Gesetze entstanden? Nicht willkürlich? Nicht aufgrund einer moralischen Vorstellung, was Gesamtgesellschaftliche wohl sinnvoll sein könnte und was eher nicht?

Jeder Gesetzesvorschlag und jede Regel ist in erster Linie willkürlich. Dann wird darüber debattiert und man einigt sich dann und schliesslich hat man ein Gesetz (zugegebenermassen ein bisschen plakativ...)
Adrian Zehnder 5. März 2010 Verstoss melden
Da ich ein ausgeglichenes Verhältnis zu Leben und Sterben (als auch meine Reaktionen darauf) werde ich den Vorstoss vorläufig auf die hohe Kante legen :)

Ja das ist wahr. Irgendwann kann es zum Gesetz werden. Aber es wird immer schwieriger ohne Fakten und gute Beweislage ein Gesetz aufzustellen, was ich generell gut finde und fördern will was das Zeug hält.

Ich habe mich eigentlich recht gut an die Ungewissheit gewöhnt. Ich werfe niemandem vor gläubig zu sein. Aber so zu tun als ob man wüsste obwohl das nicht der Fall ist, das kann ich nicht gut heissen.

Mé La - Piraten 6. März 2010 Verstoss melden
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..denn die Entscheidung, eine Abtreibung vorzunehmen, ist ohnehin schwierig genug. Finanzielle Aspekte dürfen nicht auch noch zu einer weiteren Belastung angesichts dieser schwierigen Thematik werden.

Das Volk hat der Fristenlösung zugestimmt und das muss man akzeptieren, auch wenn man aus persönlicher Überzeugung gegen Abtreibungen sein mag.

Diese Initiative ist nichts weiter, als ein ideologischer Angriff, verpackt in finanziellen Argumenten und daher klar abzulehnen.
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Dass die Fristenlösung angenommen wurde ist traurig genug. Eine Abtreibung vorzunehmen ist viel zu einfach. Finanziert mit Geldern welche Menschen mitzahlen die das ethisch nicht vertreten können. Sind Krankenkassen für das Erhalten der Gesundheit, dann sind sie für das Leben. Das Leben erhalten, nicht töten.
Franziska Remund 10. Februar 2010 Verstoss melden
Wie bereits erwähnt, ist es unnötig, die ethische Debatte noch einmal aufzurollen, ausser Sie haben ein ernsthaftes Problem mit Demokratie.
Frau Remund, erklären Sie sich denn bereit alle ungewollt geborenen Kinder bei sich aufzunehmen?
Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
Ob gerade die Krankenkassen für Abtreibungen aufkommen sollen, das ist eine andere Frage. Obs hierzu nicht eine eigene Versicherung bräuchte? Aber sonst gehe ich mit dem OP einig.
Bruno Habegger - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 21. Februar 2010 Verstoss melden
Die Grundversicherung baut auf Solidarität. Kinderlose zahlen für die Geburten von Kinderreichen mit, Schlanke für Dicke, Junge für Alte. UNGEWOLLTE Schwangerschaft ist ein krank machender Zustand. Klar gehört die Bezahlung eines Schwangerschaftsabbruchs zur Grundversicherung.
Anne-Marie Rey 1. März 2010 Verstoss melden
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Ich unterstütze die Volksinitiative weil schwanger sein schlicht keine Krankheit ist und darum selbst bezahlt werden sollte. Allein der Umstand, dass eine Abtreibung selbst finanziert werden muss dürfte einige davon abhalten abzutreiben. Mit dieser Initiative würden also nicht nur Kosten gespahrt sondern auch Menschenleben gerettet werden.
10 Kommentare
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Schwanger sein ist keine Krankheit. Aber ein ungewolltes Kind kann krank machen und krank werden.
Ich denke nicht dass Frauen dadurch weniger abtreiben. Entweder man will ein Kind oder man will es nicht. Wer diese Frage von den finanziellen Mitteln abhängig macht hat wirklich keine Achtung vor dem Leben.
Dass Abtreibung eine Tötung ist, ist bis heute nicht erwiesen zumal der Beginn des Lebens bis heute nicht klar umrissen werden kann.
Mé La - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Ob man(n) ein Kind will oder nicht sollte man sich VORHER überlegen. Wenn frau jedoch schwanger ist - sei es gewollt oder nicht - gibt es einfach keine Wahl mehr. Aber wir befürworter der Initiative sollten nicht mehr in die Initiative hineinlegen als nötig: Abtreibung ist keine Krankheit und sollte darum selber bezahlt werden. Punkt
Pia Colombo 4. Februar 2010 Verstoss melden
Also ich bin empört! Ich finde wir frauen sind schon genug gestraft. Wir haben mehr Abzüge beim Lohn, haben was die hygieneartikel angeht die grösseren Kosten zu tragen und jetzt sollen wir auch noch für die Abtreibungskosten aufkommen!?
Herr Steingruber, stellen Sie sich vor, Sie haben eine Tocher die um die 22 Jahre alt ist. Sie geht aus und auf dem Nachhauseweg wird sie überfallen und und Missbraucht. Sie wird ungewollt schwanger. Soll Sie dann für die Kosten aufkommen!?
Das verstehe ich nicht. Dazu braucht es zum Schwanger werden immer 2 Parteien!? Wieso die Kosten nicht teilen!?
Tamara Santucci 4. Februar 2010 Verstoss melden
an Pia Colombo:
Sicher überlegt man es sich in der Regel vorher, ob man schwanger werden will oder nicht. Ich verstehe nicht ganz, was sie damit meinen wenn sie sagen, dass eine schwangere Frau keine Wahl mehr hat. Genau die hat sie seit 2002 in der Schweiz dank der Fristenlösung eben...
Ok, wenn wir jetzt alles, was keine Krankheit ist aus der Grundversicherung streichen, dann müsste die Entbindung gemäss Ihrer Sicht auch selber finanziert werden, ist schliesslich auch keine Krankheit...
Mé La - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Bei einer Geburt geht es um medizinische Versorgung und, bitte Fragen sie jeden Arzt, um den Erhalt des Lebens. Klar gehört das in eine Grundversicherung. Kosten teilen? Ja, wenn es um das Leben geht bezahle ich mit meinen Prämien gerne. Abtreibungen möchte ich mit meinen Prämien nicht finanzieren. An T.S.: wenn das jemandem zustösst glauben sie nicht er bekommt Hilfe? Und glauben sie nicht die Seele kann auch krank werden? Oder ist das mit dem Decken der Kosten für eine Abtreibung schon getan?


Franziska Remund 10. Februar 2010 Verstoss melden
ich denke in dieser Initiative geht es nicht darum, ob man Abtreibung als ethisch korrekt empfindet. Dies wurde vom Schweizer Volk 2002 bereits durch die Fristenlösung definiert und die Minderheit hat sich der Mehrheit gemäss demokratischen Richtlinien zu beugen, auch wenn das heisst dass man Financier einer Abtreibung wird. Tut mir leid wenn Sie das stört, ich für meinen Teil habe damit keine Probleme.
Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
Mé La: Da bin ich anderer Meinung. Diese Initiative sehr wohl ideologisch motiviert.

Auf die Kostenfrage reduziert ist eine Abtreibung für die Krankenkasse um einiges billiger als eine Geburt. Die Selbstfinanzierung der Abtreibung würde für die Betroffenen dabei gewissermassen die Funktion einer "Lenkungsabgabe" haben: Aus rein finanziellen Gründen müsste eine finanzschwache Betroffene die - für die Krankenkasse aber teurere - Geburt wählen.

Die Frage, ob aus ethischen Gründen abgetrieben werden darf oder nicht unterscheidet sich meiner Meinung nach deshalb nicht wirklich von der Frage, ob aus ethischen Gründen die Krankenkasse dafür zahlen soll oder nicht.
Oliver aus Zürich - jf 11. Februar 2010 Verstoss melden
Ich gebe dir Recht Oliver, die Debatte ist stark ideologisch motiviert, aber es wird vorangestellt, es gehe um Geld (obwohl das an den Haaren herbeigezogen ist).
Auch der letztlich angefügte Punkt, dass es letzten Endes auch auf dasselbe hinausläuft (also wer gegen Abtreibung ist ist natürlich auch gegen deren Finanzierung, leuchtet ein), will ich gar nicht anfechten.
Aber: politisch gesehen wurde die ideologische Debatte bereits geführt und von den Abtreibungsgegnern verloren. Wie bereits andernorts hier vermerkt, versucht man jetzt als Scheinargument das Geld ins Spiel zu bringen um die Thematik noch einmal zur Sprache zu bringen. Somit zeichnen sich die Abtreibungsgegner als schlechte Verlierer aus.
Darum habe ich auch gar keine Lust, Abtreibung als solches moralisch verteidigen zu müssen, denn das habe ich 2002 bereits oft genug getan, wenn auch nicht auf einer Plattform wie dieser hier.
Deshalb versuche ich, diese Diskussion eigentlich auf den "Kern der Initiative" zu reduzieren, also auf nicht existierende "Sparpotential" aufmerksam zu machen, welches angepriesen wird. Es gibt hier sehr viele, die die moralische Debatte über Abtreibung noch einmal aufrollen wollen, aber ich denke dass dies so nicht zur Debatte stehen soll, sondern eben die Behauptung, dass diese "Lenkungsabgabe" unser Gesundheitssystem retten könnte, wovon ich nicht überzeugt bin.
Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
Abtreibung ist eine Lifestyle-Behandlung und gehört eigenfinanziert. Es ist weit verbreiteter Unfug, jedesmal beim Thema Abtreibung die Schwangerschaft im Vergewaltigungsfall - die so gut wie nie vorkommt - herbeizuziehen. Lässt man diesen Extremfall aussen vor, bleibt der Entscheid basierend auf simplen egoistischen Argumenten: will ich zu diesem Zeitpunkt ein Kind oder will ich nicht.

Wohlverstanden: ich werte nicht moralisch über diese Entscheidung und bin auch kein Abtreibungsgegner. Aber wollen wir bitteschön daraus nicht eine Staatsaffäre machen. Abtreiben MUSS in diesem Land statistisch schlicht niemand. Und wer den leichten Ausweg wählt soll gefälligst selber dafür bezahlen.
Reto aus Biel 15. Februar 2010 Verstoss melden
Abtreibung als Lifestyle-Behandlung zu bezeichnen (also ähnlich wie Botoxsprizen oder Facelifting), finde ich schon etwas weit hergeholt, zumal Abtreibung schon seit geraumer Zeit praktiziert wird und alles andere als eine Modeerscheinung ist.
Es läuft nicht nur auf die Argumente "wollen/nicht wollen", sondern auch "können/nicht können (gemessen an Reife, Finanzierbarkeit, Soziale Umstände, Gesundheitliche Beschwerden) hinaus...
Ich finde du wertest schon moralisch wenn du nicht findest, dass eine Abtreibung billiger ist als eine Entbindung, denn es geht ja eigentlich nur um eine Sparmassnahme und nicht darum, ob Abtreibungen etwas mit Lifestyle oder Egoismus zu tun haben.
Ist denn Abtreibung so einfach dass man es als den einfacheren Weg bezeichnen kann? Ich denke nicht dass es uns zusteht, entscheiden zu können was wirklich leichter ist, denn jedes Schicksal, jeder Mensch ist einzigartig.


Mé La - Piraten 15. Februar 2010 Verstoss melden
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Heute muss wird die Finanzierung einer Abtreibung (Kosten zwischen Fr. 700.- und Fr. 4'000.-, soll hier aber nicht das Hauptargument sein) zwingend über die Grundversorgung einer Krankenkasse erfolgen. Doch wogegen versichert frau sich eigentlich? Kinder bekommen ist doch keine Krankheit sondern etwas vom natürlichsten seit es den Menschen gibt!

Zudem lässt die Initiaitve genügend Spielraum für Extremsituationen wie Vergewaltigung oder Gefährdung des Lebens der Mutter.

In unserer aufgeklärten Gesellschaft sollte eigentlich jede(r) in der Lage sein, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern (natürlich ausgenommen Vergewaltigung), wer dies nicht kann/will sollte damit nicht der Allgemeinheit zur Last fallen.

Die Abtreibungsfrage war und bleibt aus ethischer Sicht sehr umstritten. Zwar haben 72% der Stimmenden 2002 die Fristen"lösung" befürwortet, wobei wohl 28% eine Abtreibung unethisch finden. Warum sollte diese Leute de facto gezwungen werden, etwas mitzufinanzieren, das komplett gegen ihre persönliche Ethik und ihre Wertvorstellungen geht?
6 Kommentare
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Ungewollte Kinder sind schlimmer als eine Krankheit: sie sind ein Fluch...

Mich erinnert diese Grundeinstellung an den Satz "Mir passiert sowas sowieso nicht" - ob man es glaubt oder nicht: Schwangerschaften passieren nicht nur weil jemand betrunken und zugedröhnt mit wildfremden Menschen schläft, sondern auch wenn die Verwendung von Verhütungsmitteln nicht geübt ist und weil kein Verhütungsmittel zu 100% sicher ist (selbst wenn man also voll der Könner ist, kann es immer noch passieren).

Wenn Sie fragen warum die Gegner der Fristenlösung das bezahlen sollen, dann frage ich warum unmündige Kinder getauft werden, oder warum ich mit meinen Steuern den teureren Biometrischen Pass bezahle, obwohl ich ethisch dagegen bin. Ich weiss darauf eine simple Antwort: Das ist die Kehrseite der Demokratie.
Mé La - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Hallo Herr Kullmann
Was ist Ethik!? Im Grunde entscheidet jeder für sich selber. Wenn wir es streng nehmen würden, dürfte ja kein Kind das aus einer Vergewaltigung entsteht abgetrieben werden, da es gegen die ethnischen Werte verstösst. Man muss einfach einsehen, dass sich die Gesellschaft verändert hat, und man nicht immer mit der Ethikfrage kommen darf. Strenggenommen dürften weder Christen, noch Moslems noch Juden vor der Ehe Sex haben. Aber jeder tuts und sagt es einfach nicht!? Und warum, genau weil man die ethnischen Grundsätze nicht verletzten möchte, jedoch zeigt die Gesellschaft ein ganz anderes Bild. Gewollt oder ungewollt. Ein Kind ist ein Kind und wenn man ungewollt Schwanger und man sich dazu bereit erklärt abzutreiben denke ich braucht es viel Überwindung. Dass es in Einzelfällen vielleicht zu mehreren Abtreibungen kommt muss akzeptiert werden. Man kann die Gesellschaft nicht "rein" machen. Das geht schon grundlegend nicht, da der Mensch durch die ganzen Umstände die er hat anderst reagiert als noch vor 20 Jahren.
Tamara Santucci 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La:
Ich verstehe, dass eine ungewolle Schwangerschaft für eine Frau eine sehr schwierige Situation ist. Allerdings finde ich die Aussage, dass ungewollte Kinder ein Fluch seien doch sehr krass, denn wer weiss, vielleicht wären diese Kinder für die Menschheit ja ein Segen? Vielleicht hätte eines der vielen abgetriebenes Kinder inzwischen ein wirksames Heilmittel gegen AIDS erforscht?

Ich fordere nicht, dass Frauen Kinder behalten müssen, wenn sie sich dadurch überfordert fühlen. Aber der Staat könnte z.B. verstärkt die Adoption fördern.

Es mag stimmen, dass mit der Verhütung mal etwas schiefgehen kann. Laut einer Umfrage auf 20min scheint das aber eher selten der Fall zu sein:
http://www.20min.ch/tooldata/survey/queryresult/query-772.html

Und dagegen könnte frau sich ja nach wie vor über eine Zusatzversicherung absichern wenn die Initiative angenommen wird.

Über den biometrischen Pass haben wir abgestimmt, über die Initiative wird wohl auch abgestimmt werden, wenn 50,1% der Bevölkerung findet, dass Abtreibungsfinanzierung wirklich Privatsache ist, dann ist das gut demokratisch geregelt. Andernfalls kann ich einen anderslautenden Entscheid auch akzeptieren.
Samuel Kullmann - kandidiert für Grossrat Bern, EDU 9. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Kullmann
Im Nachhinein empfand ich meine Wortwahl durchaus auch etwas zu hart, fand dann aber keine Möglichkeit, den Kommentar nochmals zu bearbeiten. Dies möchte ich voran schicken.
Auch gebe ich Ihnen recht, dass dabei durchaus "gutes Erbmaterial" vielleicht vergeudet wird, allerdings hält das die Männer auch nicht davon ab gelegentlich ein paar Potentielle Nachfahren ins Taschentuch zu "schneuzen", daher denke ich dass dieser Punkt prinzipiell vernachlässigt werden kann.
Adoption ist eine sehr komplexe Sache und mit horrenden Kosten verbunden. Es gibt bereits so viele Kinder die auf "neue Eltern" warten, ich finde nicht dass man noch mehr Waisen in die Welt setzen sollte....
Ich habe auch nicht behauptet dass Verhütungsmittel oft versagen. Es geht mir lediglich darum dass kein 100prozentiger Schutz gewährleistet wird.
Zusatzversicherungen sind Geschäftsbereiche, die dazu geschaffen wurden um den Krankenkassen eine Möglichkeit zu geben, frei zu entscheiden wen sie versichern und wen nicht, damit sie auf diese Weise ihre Geschäfte flexibel und liquide halten können. In der Regel ist es heute so, dass kranke Menschen daher prinzipiell keinen Anspruch auf eine Zusatzversicherung haben, denn ein Versicherer lehnt jeden potentiellen Kostenfall ab. D.h. für mich, dass wahrscheinlich nur Männer diese Zusatzversicherung erhalten würden, weil die Versicherer da wüssten, dass sie garantiert niemals etwas zahlen müssen. Eine Zusatzversicherung erhält man auch nur dann, wenn man sie erwiesenermassen nicht benötigt. Wenn eine Frau also schwanger ist, entfällt für sie das Anrecht darauf, eine Zusatzversicherung zu beantragen. Ob sie diese Versicherung überhaupt vor der Schwangerschaft jemals zugesprochen bekommen würde, bleibt eine andere Frage.


Mé La - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
sehr heikles Thema: Fakt ist, dass "Abtreiberinnen" die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs oft mehrmals "nutzen" oder in Anspruch nehmen. Ich denke hier müssen wir als allererstes definieren, ob wir von Kostenreduktion im Gesundheitswesen, oder von ethischen Idealen sprechen. Die typische Schweizerin und der normale Schweizer sprichen wohl aus der ersten Sicht und der Zweite überlassen wir anderen. Mich stört an der Diskussion vor allem, dass moralische Vorstellungen als "Rüebli vor dem Esel" für Sparübungen benutzt werden!
Denise Bähler - kandidiert für Grossrat Bern, EVP 10. Februar 2010 Verstoss melden
Welche Studie beweist, dass Frauen, die einmal abtreiben immer wieder abtreiben? Ich hätte da gerne eine Quelle für diese Aussage.
In dieser Initiative geht es in erster linie um die Kostenreduktion, da die ethische Diskussion 2002 bereits verloren wurde als das Schweizer Volk die Fristenlösung angenommen hat. Dass eine Entbindung billiger sein soll als eine Abtreibung wage ich allerdings zu bezweifeln.
Den letzten Satz verstehe ich leider nicht ganz...
Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
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Die Krankenkassenprämien steigen unaufhörlich an, wenn Abtreibung zur Normalität gehört und ohne Begründung von der Krankenkasse übernommen werden muss.

Hier ist die Eigenverantwortung und nicht die Krankenkasse gefordert.

Viele Leute können heute schon ihre Krankenkassenprämien kaum mehr bezahlen oder sind auf Prämienverbilligungen angewiesen.

8 Kommentare
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Richtig, die Prämien steigen. Die Kosten für Benzin und Steuern auch. Ich denke nicht dass es ein sonderlich enormer Anreiz für Frauen ist, sich ungewollt schwängern zu lassen um abzutreiben weil es ja bezahlt wird. Da ist einfacher Sex doch deutlich bequemer (Zurechnungsfähigkeit vorausgesetzt).

Eigenverantwortung ist immer gefordert, aber doch auch Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Die Krankenkasse wird da gefordert wo es eben nicht vom finanziellen Status abhängig sein darf, ob eine medizinische Lösung durchgeführt wird oder nicht. Genau dafür.

Vielleicht können Sie die Krankenkassenprämien nicht bezahlen weil die Schweiz ein Wucherland in Sachen Kommunikationstechnik ist, oder weil strategische Fehlschläge durch Erhöhung der Mehrwehrtsteuer ausgeglichen werden müssen...
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La
Der Unterschied zwischen Benzinpreisen und Krankenkassenprämien liegt darin, dass nicht jeder auf Benzin angewiesen ist(Nicht jeder hat ein Auto).

Die Krankenkasse ist aber obligatorisch und jeder muss die Prämie bezahlen, ob er nun krank ist oder nicht.

Kosten gespart werden dann, wenn der Leitungskatalog schlank ist und nicht alles bezahlt wird, Dies trägt zur Eigenverantwortung bei.
Leider ist Eigenverantwortung vielmals nur über den Geldbeutel möglich.

Zugegeben, die Schweiz ist ein Wucherland für hohe Preise, was aber nicht rechtfertigt, das die Krankenkassenprämien jedes Jahr steigen müssen, weil Abtreibungen, Brustvergrösserungen usw. ohne sachliche Begründung von der Krankenkassen übernommen werden müssen.

In der obligatorischen Grundversicherung, die jeder haben muss steht, dass notwendige Eingriffe gedeckt sind - unabhängig vom finanziellen Status.

Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
Ok, bei Benzinpreisen funktioniert das Spiel. Und wie sieht es im Vergleich zu Steuern aus?
Richtig, Sie als JCVPler müssten doch wissen, dass man nicht nur in der Stunde der Not beten sollte (ohne das jetzt in irgend einer Form beleidigend zu meinen).
Solange man versucht, die Leute über den Geldbeutel zu gängeln, kann keine Eigenverantwortung entstehen.
Ich denke dass die Krankenkassenprämien nicht nur wegen Abtreibungen und Brustvergrösserungen oder -verkleinerungen teurer werden, sondern auch wegen vergeudeter Arbeitszeit die dann investiert werden muss um jedes Mal eine Fallbewertung inklusive Einsprache etc. zu bearbeiten.

Wollen Sie mit Ihrem letzten ausdrücken dass eine Abtreibung nicht notwendig ist, wenn man ungewollt schwanger ist?
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden

Punkt 1)

Eigenverantwortung über den Geldbeutel, in vielen Bereichen volkswirtschaftlich bewiesen.

Punkt2)
Es geht darum, dass eine Schwangerschaft nicht automatisch von der Krankenkasse ohne Begründung bezahlt wird.

Punkt3)

Besuchen sie zuerst die Internetseite der Jungen CVP und finden sie heraus, dass wir uns um die Zukunft der Jungen Leute kümmern, uns für die Umwelt einsetzen und Arbeitsplätze schaffen wollen,

bevor sie einen solchen Chabis über die Junge CVP verbreiten.

Lesen sie zuerst auf:

www.jcvp.ch
www.jcvp-be.ch
www.cvp.ch


Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
1. nicht gesellschaftlich erwiesen
2. ich höre zum ersten mal dass eine Frau sich bei der krankenkasse rechtfertigen muss weil sie schwanger ist - ausser wenn sie abtreiben will...
3. ich wollte damit eigentlich nur ausdrücken, dass diese prämien einer institutionell leicht anderen Version einer Steuer gleichkommt, die einen gesundheitlichen Standard aufrecht erhält. Gesundheit bedeutet den Menschen viel, da darf man sich nicht wundern dass industrielle Konzerne viel Geld einstreichen können... Dass die Prämien steigen ist eine logische Konsequenz von Angebot und Nachfrage. ich meinte also mit dem sprichwort, dass kontinuierliche Absicherung für Zeiten der Not als Versicherung dient. Wie auch immer. Alleine die Tatsache dass in Ihrem Parteinamen das Wort "christ" vorkommt, entspricht in jedem fall nicht meinen werten. das ist nichts Persönliches.
Falls jetzt hier aber neuerdings Parteiwerbung gemacht werden soll, möchte ich kurz noch für die www.piraten-partei.ch werben. Ahoi!
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La
Dass die Eigenverantwortung über den Geldbeutel funktioniert, kann ich an einem Beispiel erklären.

In unserem Quartier, sind nach einer Gebührenerhöhung der Parkplätze, die Verkehrszahlen zurückgegangen und die bequemen Autofahrer sind auf das Öv-Angebot umgestiegen.

Von alleine wären die Autofahrer nie auf die Idee gekommen die Umwelt zu schonen oder die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

Wieso sollte Sie also bei den Gesundheitskosten freiwillig Verantwortung übernehmen, wenn die Krankenkasse eh alles zahlt und später alle Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt werden?

Am Schluss können sich nur noch die Reichen eine Gesundheitsversorgung leisten!

Ist Ihr Ziel, die Kosten der Krankenkasse unnötig in die Höhe zu treiben und Familien und Kleinstverdiener mehr zu belasten?


Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
Die von Ihnen beschriebene Verhaltensänderung die durch Gebührenerhöhung errreicht wurde hat aber nichts mit Eigenverantwortung zu tun, sondern damit dass es sich die Leute nicht leisten können oder abwägen wofür sie das Geld lieber ausgeben. Echte Eigenverantwortung wäre aus meiner Sicht , wenn die Leute sich ändern weil sie erkennen, dass ihre Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen und dieser Verantwortung Rechnung tragen....

Fragen Sie mich nicht warum Sie von den Prämien anderer schmarotzen wollen, aber ich garantiere Ihnen dass Frauen, die ungewollt (wie bereits betont "ungewollt") schwanger werden dies sicher nicht tun weil es ja sowieso bezahlt wird abzutreiben. Das ist kein Zahnbleaching oder eine Massage gegen verspannten Nacken.

Wenn die strukturellen Probleme unserer Wirtschaft nicht behoben werden, werden eines Tages Reiche die einzigen sein, die sich überhaupt etwas leisten können, denn darauf zielt die momentane Wirtschaft ab: die zentralisierung von Geldern auf eine gut betuchte Oberschicht die sich "Kunst" und Gold leisten, während der Rest der Welt mit den übrigen 30% wirtschaften soll....

Mein Ziel ist weder die Krankenkassenprämien in die Höhe gehen zu lassen noch die Kleinstverdiener zu belasten.
Fragen Sie sich auch welche Personen am schlimmsten davon betroffen sein werden wenn man sich eine Abtreibung nicht leisten können wird? Eben: die Kleinstverdiener und nicht zuletzt die Kinder, die niemand haben wollte...
Das hat mit "unnötigen" Prämienerhöhungen rein gar nichts zu tun. "Unnötige" Prämienerhöhungen gibt es für mich dann wenn ein Jahr lang von der WHO eine etwas schlimmere Grippe als das neue AIDS verkauft wird und der Staat wie ein gerupftes Huhn Medikamente von geldgeilen Konzernen einkauft um diese letzten Endes zu verscherbeln. Ich bin überzeugt dass solche strategischen Fehler - die längst überfällige Prozessanalyse des gesamten Gesundheitssystem hängt ja sowieso - weit mehr dazu beitragen als ein paar Abtreibungen. Abgesehen davon haben Sie noch nicht das Gegenteil meiner These bewiesen, dass das Ganze sowieso nicht Billiger wird für die Kassen, da die Fallbewertung und die Einsprachen auch Gelder verschlingen wird. Nicht zuletzt wird es häufiger Komplikationen geben, es besteht die Gefahr dass es "Schwarz-Abtreibungen" geben wird, wer weiss ob nicht plötzlich erstaunlich viele Männer der Vergewaltigung bezichtigt werden, nur damit bezahlt wird...

Mé La - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Hier auf Eigenverantwortung zu plädieren, beruht auf einem Denkfehler. Wer sich zu einer Abtreibung entschliesst, trifft eine ungleich schwerere Wahl als zwischen Parkplatz und ÖV. Man kann die beiden Dinge überhaupt nicht miteinander vergleichen. Aber das liegt auch auf der Hand...
Bruno Habegger - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 21. Februar 2010 Verstoss melden
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Ja, auch ich dachte bei den vielen vielen Krankenkassenprämien die ich bisher im Laufe meines Lebens bezahlt habe an die unzähligen Kinder die so achtlos und grundlos mit meinem Geld ermordet wurden! Ich kann vor lauter schlechtem Gewissen kaum noch schlafen! Ich habe sogar schon versucht, keine Krankenkassenprämien zu bezahlen, aber das ging dann auch nicht…

Also mal vorneweg: ich denke nicht dass damit die horrenden Kosten unseres Gesundheitssystem wieder ins Gleichgewicht gebracht werden mit dieser Initiative – es handelt sich hier um ein gesamtwirtschaftliches Problem, welches seinen Anfang und Ende beim Geld hat, sicher nicht bei ungewollt schwangeren Frauen. Ich denke auch nicht dass es dadurch zu weniger ungewollten Schwangerschaften kommen wird. Noch weniger kann ich mir vorstellen, dass ein ungewolltes Kind welches aus finanziellen Gründen nicht abgetrieben werden konnte die Gesellschaft weniger kosten wird als eine Abtreibung – wenn ich das mal so lapidar sagen darf.

Ausserdem möchte ich anmerken, dass Zusatzversicherungen von den Krankenkassen nur noch an keimfreie, sportliche Nichtraucher mit Normal-BMI vergeben werden. D.h. dass Frauen, die an einem Gebrechen leiden (welches durchaus nicht selbstverschuldet sein muss) kein Anrecht auf eine solche Versicherung hätten. Das heisst für mich, dass Frauen, die bereits gesundheitliche Probleme haben, nicht einmal mehr sicher sein können, ob sie ihr nächstes Kind mangels Geld “austragen müssen”.

Allem voran denke ich, dass Verhütung auf allen Ebenen zu fördern ist. Scheiss auf Ficken für die AHV, der Mensch hat erwiesenermassen einen Sexualtrieb, jedoch keinen spezifischen Fortpflanzungstrieb! Dieser wird aufgrund eines Systems, welches die Fehler seines Vorgängers nur institutionalisiert hat, aufgezwungen. Ich rechne sowieso nicht damit, eine AHV-Rente zu bekommen. Wie auch? Die Alten Leute werden ja wohl nicht weniger wenn der medizinische Fortschritt und der Umgang damit auf dem selben Kurs bleibt wie bisher.

Wenn es nach mir ginge würden Verhütungsmittel wie Bonbons ins Volk geworfen. Diese Initiative bringt erneut Einschränkungen für die Bürger(innen), sorgt für unglückliche Familien, finanziellen Stress und somit eine höhere Belastung des Sozialstaats, ausserdem ist es wirtschaftlich betrachtet eine Scheinlösung und trägt nichts zum Allgemeinwohl bei.

Ich sag’s frei heraus: ich bin froh dass meine Krankenkassenprämien vielleicht auch deiner Tochter zu einem Leben verholfen haben, dass nicht mit 17 Jahren aufgrund eines Fehlers (denn bekanntlich machen wir alle Fehler) plötzlich vorbei war. Ich sehe schon die ersten Sozialhilfekinderkrippen, wo sich junge Mütter treffen: “Na, hattest wohl auch nicht genug Kohle um den Goof abzutreiben?”-”Nach was sieht’s denn aus!”.

Oder noch besser: Junge verzweifelte Frauen die Apotheken überfallen weil sie sich nicht trauen bei Mami und Papi um Geld zu bitten für einen Schwangerschaftsabbruch. Wenn ich an die vielen Jungen Mädchen denke die sich nicht mal trauen bei den Eltern nach der Pille zu fragen, will ich nicht wissen wie das dann abgeht wenn erst die Abtreibungen bei den Eltern erbettelt werden müssen!

Ich schliesse somit nicht aus dass der gute alte Wermutstropfen wieder ein Revival feiern wird ;) ,

Ich finde es ist kein Zufall dass dieser politische Furz auf dem hohen Rosse der Volksinitiative daherkommt. hat ja schliesslich schon beim Minarettverbot ganz gut geklappt um doch noch eine menschenrechtswidrige Motion “legally correct” – bzw. auf dem Rücken der Schafe – ins Trockene zu bringen…

Ich meine: im Grund genommen kann man als Frau nie genau wissen, was man für Schäden von der Geburt davonträgt. Mögliche Hormonellen Störungen, Dammrisse, Infektionen von Kaiserschnittnarben, postnatale Depression etc können ja durchaus als gesundheitliche Schäden betrachtet werden und sind bei keiner Schwangerschaft vollständig auszuschliessen….

Ich denke sowieso dass die einzelne Fallbewertung durch die Krankenkassen ob nun eine Abtreibung durch die Grundversicherung finanziert wird oder nicht das Gesundheitssystem sowieso mehr Geld kostet als Einsparungen erzielt werden. Ausserdem: wie würde die Rechtslage aussehen bei geplatzten Kondomen? Müsste man also sicherheitshalber benutzte Kondome aufbewahren um notfalls belegen zu können, dass eben dieses Kondom vielleicht porös und undicht war und somit zur ungewollten Schwangerschaft geführt hat?), oder muss man die Kotze von einer Magendarmgrippe aufbewahren um sie nötigenfalls auf Überreste der Antibabypille zu untersuchen falls es denn zum Rechtsstreit kommt, wer nun bezahlen soll und wer nicht?

Abgesehen davon stellt sich dann auch die Frage, wer die Abtreibung denn finanzieren soll, wenn es nicht von der Grundversicherung gedeckt wird, denn bisher waren ja immer zwei nötig, um ein Kind zu produzieren…. D.h. die Erzeuger müssten dann auch für die Hälfte zur Kasse gebeten werden, denn Verhütung nimmt beide in die Pflicht, und das Unterlassen oder unkorrekte Ausführen somit auch. Ich denke dass dies ebenfalls zur Finanziellen Belastung des ganzen Apparates führen wird: eine Scheinlösung.


Ja, eine Abtreibung ist etwas sehr Intimes, etwas höchst Privates.

Aber ob eine Mutter ein Kind auf die Welt bringen muss oder auf die Welt bringen will hat auch einen Einfluss auf die Gesellschaft.

Ob nun sozial oder wirtschaftlich…

und ich denke deshalb, dass die Ermöglichung dessen durch eine Finanzierung somit durchaus die Gesellschaft etwas angeht.
2 Kommentare
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Sie schreiben eine Abtreibung ist etwas Privates.
Bei einer Abtreibung sind bereits drei Personen involviert.
Die Eltern und das ungeborene Kind welches keine Stimme hat. Ein Arzt, eine Krankenschwester, eine Sekretärin, eine Hebamme....
Die Konsequenzen trägt die Frau also nicht alleine.
Jedoch weiss man, dass psychische Erkrankungen zunehmen.
Verstehen sie also, dass es Menschen gibt die nicht mitzahlen möchten aus ethischen Gründen. Es geht nicht nur über den Geldbeutel.
Franziska Remund 11. Februar 2010 Verstoss melden
Finden Sie dass Privates sich über die Anzahl der Personen definiert? Da Sex nicht alleine praktiziert wird, ist er daher nicht privat aus Ihrer Sicht?
Die Konsequenzen trägt das Paar im Idealfall, im negativsten Fall die Frau ganz alleine. Da das Ungeborene (welches auch nie aktiv die Entscheidung zu leben gefasst hat und somit auch keine Stimme in Bezug auf seine Zeugung besessen hat) bereits tot ist, bleibt ihm jegliche Konsequenz erspart (obschon wir hier natürlich eine religiöse Debatte vom Zaun reissen können, um die es hier ja eigentlich gar nicht geht).
Im Allgemeinen möchte ich überhaupt betonen, dass es in dieser Initiative gar nicht um das Infragestellen der Abtreibung geht, wie Sie es meiner Ansicht nach versuchen.
Es geht um die Behauptung, dass sich das Finanziell lohnen würde wenn Abtreibungen nicht mehr in der Grundversicherung sind. Und genau das halte ich für absolut unrealistisch.
Ich denke wenn jemand ein dermassen grosses Problem damit hat, Abtreibungen indirekt mitzufinanzieren, dann frage ich mich wie diese Person leben kann in einer Welt, in der unsere Nahrung in Entwicklungsländern hergestellt wird wo die Leute und das Land ausgenommen werden, damit wir es schön und billig haben. Auch hier läuft es darauf hinaus dass wir indirekt für den (zumindest verfrühten) Tod etlicher Menschen verantwortlich sind. Wer nicht vollkommen autark lebt, hat doch gar nicht den Anspruch, wählen zu können wen er leben lässt und wen nicht, bzw. wen er leiden lassen will und wen nicht.
Für Sie geht es vielleicht nicht nur um den Geldbeutel, in dieser Initiative wird aber behauptet, dass es nur darum geht. Wenn Sie die Debatte um die Fristenlösung noch einmal aufrollen wollen, empfehle ich die Eröffnung eines neuen Themas.

Mé La - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
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